Metalltechnische Industrie verzeichnet 2016 Rückgang

10. Mai 2017

Rückläufiger Export schwächt Produktion, Erwartungen für 2017 leicht positiv

  • Produktionswert 2016 auf 35,55 Milliarden EUR gesunken (- 1,16 % im Vergleich zu 2015)
  • Exporte mit 31,65 Milliarden EUR leicht rückläufig (- 0,6 % im Vergleich zu 2015), Exportquote liegt bei 78,8 %
  • Beschäftigung mit 128.862 um 0,64 % gestiegen
  • Auftragseingänge 2016 plus 1,83 %
  • Stimmung unter den Unternehmen für das 1. Halbjahr 2017 zuversichtlich

(Wien, 10.5.2017) Die Metalltechnische Industrie blickt auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Die endgültigen Zahlen Jahr 2016 ergeben für die Gesamtbranche einen Produktionswert von EUR 35,55 Milliarden EUR, das ist ein Minus von 1,16 % im Vergleich zu 2015, preisbereinigt liegt das Minus sogar bei 2,06 %. Die Auftragseingänge sind 2016 mit 32,03 Milliarden EUR im Vergleich zur Vorjahrsperiode leicht gestiegen (+ 0,83 %, preisbereinigt + 0,07 %). Der Beschäftigtenstand lag 2016 mit 128.862 um 0,64 % über dem Vorjahreswert und markiert damit einen Höchststand in dieser Branche.

Ein wesentlicher Grund für den Produktions-Rückgang waren sinkende Exporten: diese sind um 0,60 % (preisbereinigt 1,50 %) auf 31,65 Milliarden EUR zurückgegangen. Die Exportquote lag 2016 bei 78,8 %. Die wichtigsten Handelspartner 2016 waren Deutschland mit rund 9,5 Milliarden EUR (+ 1,9 %), die USA mit 2,6 Milliarden EUR (- 1,3 %) und Frankreich mit 1,5 Milliarden EUR (+ 8,8 %). Deutliche Rückgänge gab es neben den USA im Handel mit China (- 9,4 %), der Schweiz (- 10,1 %) und Russland (- 15,5 %). Europa ist mit 74 % aller Exporte nach wie vor der mit Abstand wichtigste Markt für die Metalltechnische Industrie. Als einen der wesentlichen Gründe für die Seitwärtsbewegung sieht die Industrie die hohen Lohnstückkosten, die die Unternehmen im internationalen Wettbewerb schwächen. Die jährlichen Investitionen der Branche in Forschung und Entwicklung liegen bei rund 1,4 Milliarden EUR, die Metalltechnische Industrie ist damit der forschungsstärkste Industriezweig.

Stimmungslage in der Branche leicht positiv
Der aktuelle Branchenausblick für die Metalltechnische Industrie, basierend auf dem WIFO-Konjunkturtest, zeigt einige erfreuliche Signale. Die darin befragten Unternehmen rechnen für die nächsten sechs Monate mehrheitlich mit einer positiven Geschäftsentwicklung.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die Metalltechnische Industrie ist nach wie vor Jobmotor unter den Industriebranchen. Leider befinden wir uns aber seit Jahren in einer Seitwärtsbewegung. Wir haben zwar die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 bis 2010 gut gemeistert, seit fünf Jahren sehen wir aber kaum Wachstum. Um das Momentum der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung zu nützen, braucht es mehr Unterstützung für die Industrie.“ Es gelte jetzt, die positiven Vorzeichen der wirtschaftlichen Erholung zu nutzen und die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern. Knill: „Die Rezepte dafür liegen auf dem Tisch: weitere Entlastung bei den Lohnnebenkosten, flexiblere Arbeitszeiten und Entbürokratisierung sind die effektivsten Hebel, um die Industrie zu stärken. Das an sich positive Regierungsprogramm sollte jetzt möglichst rasch umgesetzt werden.“

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2016 einen Produktionswert von 35,5 Milliarden Euro.

Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Rückfragen
Dr. Berndt-Thomas Krafft
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