Chemie

AKTUELLE THEMEN

KONZEPT DER RISIKOBASIERTEN GRENZWERTE/Kanzerogene

Das Projekt zur Umstellung der Bewertung von krebserregenden und/oder mutagenen Arbeitsstoffen hin zu einer risikobasierten Bewertung und Einteilung von kanzerogenen Arbeitsstoffen (1. Projektstufe) wurde Ende 2017 vorgestellt. 

Seit vielen Jahren gelten im Chemikalienrecht strengere Maßstäbe und Grenzwerte als im Arbeitnehmer-Schutz. Die unterschiedlichen Ansichten zu diesem Aspekt sollen anhand des Projekts RISIKOBASIERTE GRENZWERTE mit dem BMASK/ZAI/Frau BM HARTINGER angenähert oder sogar geschlossen werden. Der Ansatz widmet sich speziell den krebserzeugenden Arbeitsstoffen und ist in D, F, NL und PL schon in Variationen juristische Realität.

Weit verwendete Arbeitsstoffe werden zukünftig in eine „Expositions-Risiko-Beziehung“ (ERB) gebracht. Eine erste Hürde bei der Arbeit im Zusammenhang mit einem bestimmten Stoff nennt man „Alarmwert“, der Schutzmaßnahmen durch den Arbeitgeber auslöst, die wiederum einen arbeitsmöglichen und arbeitstauglichen „Maßnahmen-Zielwert“ als eigenes Ziel im Fokus haben. Das Sozialministerium hat unter Einbeziehung des Zentralen Arbeitsinspektorates und des FCIO eine Guideline ausgearbeitet, die zur vorläufigen Abgleichung für alle Branchen übermittelt wurde.

Weitere Informationen zum Gesamtkonzept (Übersicht in Beilage 1 und Beilage 2) werden in der kommenden Ausgabe des INSIDE Magazins verfügbar sein. 

Für die österreichische EU-Präsidentschaft im 2. Halbjahr 2018 wird dieses Thema auch ein Schwerpunkt sein.

Das Langzeitziel dieses Projektes ist eine Novelle zum ASCHG, welche die „RISIKOBASIERTHEITE WERTUNG und EINTEILUNG“ zum Gesetz erhebt.

Änderung der Grenzwerteverordnung 2011

BGBl. II Nr. 288/2017, veröffentlicht im BGL am 24. Oktober 2017

Die Konzentration von gefährlichen Stoffen in der Luft am Arbeitsplatz wird mit Hilfe von Grenzwerten beurteilt. In Österreich sind gemäß Grenzwerteverordnung (GKV) MAK- und TRK-Werte verbindlich festgelegt, mit dem Ziel, ArbeitnehmerInnen vor Gesundheitsschäden durch gefährliche Arbeitsstoffe zu schützen. Die Änderung der Grenzwerteverordnung 2017 (BGBl. II Nr. 288/2017) betrifft im Wesentlichen:

  • Anpassung der Einstufung von Formaldehyd an das Chemikalienrecht (harmonisierte Einstufung in der CLP-VO als Carcinogen 1B, gilt seit 01.01.2016), d.h. Aufnahme von Formaldehyd im Abschnitt „A2 Stoffe“ statt wie bisher im Abschnitt „B Stoffe“ des Anhangs III/2011 der GKV 2011. 
  • Anpassung des MAK-Werts für Formaldehyd an die Empfehlung SCOEL/REC/125 des Wissenschaftlichen Ausschusses für Grenzwerte berufsbedingter Exposition (Scientific Committee on Occupational Exposure Limits, SCOEL) vom 17.11.2015. 

    TMW [ppm] 0,3  TMW [mg/m³] 0,37
    KZW [ppm] 0,6               KZW [mg/m³] 0,74

  • Ausnahme vom Umluftverbot für Formaldehyd, sofern dieser Grenzwert eingehalten wird. 
  • Dynamische Verweisung (derzeit statisch) auf die chemikalienrechtliche Einstufung in § 10 Abs. 1 Z 2 und § 10a Abs. 1 Z 2 GKV 2011, um in Zukunft Unklarheiten zu vermeiden, ob die chemikalienrechtliche Einstufungen krebserzeugender Arbeitsstoffe auch im Arbeitnehmerschutzrecht gelten. 

Betroffen sind alle Unternehmen, in denen mit gefährlichen Arbeitsstoffen (Formaldehyd) umgegangen wird.

Die Änderung der Grenzwerteverordnung 2011 wurde am 24. Oktober 2017 kundgemacht und ist Tag darauf in Kraft getreten. 

Link:
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2017_II_288/BGBLA_2017_II_288.pdf

Update der Kandidatenliste für die Zulassung

Die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC) wurde von der ECHA kürzlich aktualisiert und umfasst derzeit 174 Einträge.

Unter folgendem Link sind alle Einträge zu finden: https://echa.europa.eu/de/candidate-list-table 

Nachfolgend sind die neuesten Einträge mit ihren SVHC-Eigenschaften und beispielhaften Verwendungen aufgelistet:

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Neueste Einträge SVHC.pdf [272 KB]

Neueste Einträge SVHC

REACH Newsletter

Nachfolgend finden Sie die REACH-Newsletter der WKÖ.

Alle REACH-Newsletter werden zum Nachlesen unter http://wko.at/reach archiviert.

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131 REACH Newsletter.pdf [85 KB]

131. REACH-Newsletter

130 REACH Newsletter .pdf [90 KB]

130. REACH-Newsletter

129 REACH Newsletter .pdf [84 KB]

129. REACH-Newsletter

Aktuelle öffentliche Konsultationen

Öffentliche Konsultationen sind oft der erste Schritt zu strengeren Regelungen. Deshalb ist es wesentlich, dass betroffene Unternehmen und Interessensvertretungen möglichst rasch reagieren und fachlich fundierte Argumente in die weiteren Entscheidungsprozesse einbringen können. Beachten Sie dabei unbedingt, dass vermutlich nur wenige Prozesse für Ihre unternehmerischen Tätigkeiten relevant sind und konzentrieren Sie sich auf diese. 

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NANOMATERIALIEN

ECHA stellt EU OBSERVATORY FOR NANOMATERIALS Website (EUON) online

Am 14. Juni 2017 hat die ECHA eine Website zur Überwachung von Nanomaterialien (EUON) online gestellt. 

Diese Website stellt Infomationen zu Nanomaterialien im EU Wirtschaftsraum zur Verfügung. Dabei warden Themen wie Verwendung, SIcherheit, Gesetzliche Rahmenbedingungen, Internationale Aktivitäten und FOrschung und Innovation abgedeckt.

Unter diesem Link finden Sie die EUON Website https://euon.echa.europa.eu/

Ab 1. Juni 2018 müssen alle gehandelten chemischen Stoffe registriert sein!

Wenn Sie chemische Stoffe in Mengen von über 1 Tonne pro Jahr herstellen oder aus Nicht-EU-Ländern einführen, unterliegen Sie möglicherweise der Registrierungspflicht gemäß REACH. Außerdem können von Ihnen hergestellte oder eingeführte Produkte (Gemische, Artikel) Stoffe enthalten, die getrennt voneinander zu registrieren sind.

Wenn Sie Stoffe vorregistriert haben, die Sie in Mengen von über 1 Tonne bis maximal 100 Tonnen pro Jahr selbst herstellen oder aus Nicht-EU-Ländern einführen und diese noch nicht registriert haben, sind Sie von der REACH-Registrierungsfrist 31. Mai 2018 betroffen.

Wenn Sie Ihre Stoffe noch nicht vorregistriert haben, können Sie bis zum 31. Mai 2017 eine nachträgliche Vorregistrierung einreichen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier

Werbespot der ECHA

Gefahrstoffrechtliche Einstufung von Blei-Metall

Die Umsetzung der Einstufung von Blei-Metall als reproduktionstoxisch Kategorie 1A steht nach der Veröffentlichung im Juli 2016 mit einer Übergangsfrist von 21 Monaten an. Diese Einstufung ist für alle EU-Mitgliedstaaten ab 01.03.2018 unmittelbar rechtsverbindlich. 

Die europäische Metallindustrie erreichte eine Einstufung mit einer allgemeinen Konzentrationsgrenze (GCL) für massives Material (insbesondere Legierungen) von 0,3% sowie eine spezifische Konzentrationsgrenze von 0,03% für Pulverform (< 1mm).  

Entsprechend enthält der Anhang VI der CLP-Verordnung mit den harmonisierten Einstufungen zwei Einträge. Bei massivem Blei bleibt die Spalte zur spezifischen Konzentrationsgrenze leer, da hier die generische Grenze von 0,3% (GCL = Generic Concentration Limit) greift (Tabelle 1). Zu beachten ist im Zusammenhang mit der Neueinstufung von Blei, dass in Erwägungsgrund 4 ein Hinweis auf die unterschiedliche Bioverfügbarkeit und damit eine Begründung für die oben genannte Differenzierung der Konzentrationsgrenzen verankert ist: 

„In seinem wissenschaftlichen Gutachten vom 5. Dezember 2013 schlägt der Ausschuss für Risikobeurteilung der ECHA vor, den Stoff Blei als reproduktionstoxisch (Kategorie 1A) einzustufen. Angesichts der Unsicherheit in Bezug auf die Bioverfügbarkeit von Blei in massiver Form muss jedoch zwischen der massiven Form (Partikelgröße von 1 mm oder mehr) und der Pulverform (Partikelgröße von weniger als 1 mm) differenziert werden. Deswegen empfiehlt es sich, für die Pulverform einen spezifischen Konzentrationsgrenzwert von ≥ 0,03% und für die massive Form einen allgemeinen Konzentrationsgrenzwert von ≥ 0,3% festzusetzen.“ 

Hierdurch wird die Auswirkung der Einstufung von Blei-Metall auf andere Metalle bzw. bleihaltige Legierungen ggf. abgemildert, wenn die Weiterentwicklung und Validierung der Bioelutionsmethode abgeschlossen ist. 

Zur ihrer Information finden Sie die deutsche und englische Fassung angefügt.

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A1 Information Bleieinstufung dt nov.pdf [113 KB]

A1_Information_Bleieinstufung_deutsch

A2 Information Bleieinstufung engl nov.pdf [118 KB]

A2_Information_Bleieinstufung_englisch

Die Änderungen wurden unter Berücksichtigung insbesondere folgender Punkte vorgenommen: 

  • Verabschiedung der 9. ATP mit dem Neueintrag zur Einstufung von Blei-Metall 
  • Zusätzliche Informationen zur Seveso-Richtlinie 2012/18/EU 
  • Klarere Gliederung und Unterteilung zum besseren Verständnis

Bitte beachten Sie, dass der in der Broschüre enthaltene Link „Bewertungsgrundlage für metallene Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser“ nicht korrekt ist. Der korrigierte Link ist nachstehend aufgeführt:
  https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/bewertungsgrundlage_fuer_metallene_werkstoffe_im_kontakt_mit_trinkwasser.pdf 

Meldung von Gemischen nach der CLP-Verordnung

Mitgliedstaaten haben für eine Übermittlung von harmonisierten Informationen an Giftinformationszentralen gestimmt. Die neue Meldeverpflichtung für Gemische tritt ab 2020 stufenweise bis 2024 in Kraft.

Informationen für nachgeschaltete Anwender

Die Informationsseiten für nachgeschaltete Anwender wurden aktualisiert und können auch via LinkedIn verfolgt werden.

Webseite für nachgeschaltete Anwender (https://echa.europa.eu/regulations/reach/downstream-users).
LinkedIn Auftritt (https://www.linkedin.com/company/users-of-chemicals).

Liste von federführenden Registranten

Diese Liste beinhaltet die Namen von Unternehmen, die als federführende Registranten für individuelle Stoffe auftreten. Der federführende Registrant wird in der Regel die zentrale Ansprechperson für die Registranten sein, die jetzt neu registrieren müssen. 

Mehr dazu finden Sie hier
https://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/title/list-of-substances-with-lead-registrants-available

Zulassung von Chromtrioxid

Die zuständigen ECHA-Ausschüsse haben beim letzten Treffen im September insgesamt 61 positive Meinungen zur Zulassung von Verwendungen von Chromtrioxid abgegeben.

Mehr dazu finden Sie hier
https://echa.europa.eu/view-article/-/journal_content/title/echa-recommends-authorising-critical-continued-uses-of-chromium-trioxide-under-strict-conditions

Mitteilung der Kom - REACH Anhang XVII – Prüfmethoden

Einige Nickelverbindungen unterliegen Anhang XVII REACH Beschränkungen. Hier sind keine Zulassungsanträge möglich.
Für Nickel ergeben sich mit der Beschränkung Nr 27 einige Änderungen.
Jetzt wurde von seiten der ECHA eine Mitteilung hinsichtlich der Prüfmethoden veröffentlicht.

Alle weiteren informationen finden Sie hier:
http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/restrictions/substances-restricted-under-reach/-/dislist/details/0b0236e1807e266a

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Mitteilung Anhang XVII Prüfmethoden.pdf [1,81 MB]

Mitteilung_Anhang_XVII_Prüfmethoden

REACH Zulassungsantrag

Da die Materie REACH nach wie vor sehr komplex und teilweise sehr undurchsichtig ist werden seitens der WKO viele Ratgeber und Folder entwickelt. Diese sollen den Umgang mit REACH erleichtern und einen Überblick schaffen. Die Erstellung eines Antrags auf Zulassung nach REACH Anhang XIV ist sehr umfangreich. Um die Betroffenheit und die nötigen Schritte klar ersichtlich zu machen wurde nun von der Umweltpolitische Abteilung ein neuer REACH Folder herausgegeben: „Der Zulassungsantrag unter REACH - Grundlagen zur Antragstellung & Pflichten in der Lieferkette“. In erster Linie dient dieser als Erstinformation für Unternehmen, die eine Zulassung unter REACH überlegen.

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wko reach zulassungsantrag 1102s.pdf [676 KB]

Der Zulassungsantrag unter REACH

Anpassungen Chemikaliengesetz 1996

Mit der Novelle des ChemG (BGBl. I Nr. 109/2015) wurde das österreichische Giftrecht erneuert. Alle Stoffe und Gemische mit der Einstufung „Akut toxisch, Kategorie 3“ sind nun „giftig“ im Sinne des ChemG und unterliegen damit dem Giftrecht (III. Abschnitt).
Das ist eine Ausweitung des Geltungsbereiches. Gleichzeitig sind Stoffe und Gemische der Einstufung „Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition), Kategorie 1“ werden nicht mehr als „giftig“ eingestuft.
Damit wurden weitreichende Konsequenzen in Bezug auf gewerberechtliche Bewilligungen (Abgabe von Giften ist ein reglementiertes Gewerbe) abgefedert. Das ist eine wesentliche Einengung des Geltungsbereiches. 

Es erfolgt die vollständige Umstellung auf das Bescheinigungssystem. In diesem System genügt eine Meldung der benötigten Gifte durch den Betrieb und nur wenn sich Voraussetzungen im Betrieb ändern, ist die grundsätzlich unbefristet geltende Bescheinigung anzupassen.
Inhaber von (alten) Giftbezugsbewilligungen bzw. Giftbezugslizenzen können diese weiterhin bis zum Ablauf nutzen. Die Bescheinigung kann von allen „berufsmäßigen Verwendern“ bezogen werden. Lediglich Private können weiterhin nur einen Giftbezugsschein erhalten.

Anpassung der CLP-Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht

Die 7. Anpassung der CLP-Verordnung (7. ATP) wurde veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von einer Reihe von Stoffen in Anhang VI, also die harmonisierte Einstufung. 

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Verordnung EU Nr. 2015 1221 24.07.2015.pdf [397 KB]

CLP-Verordnung

Unterlagen für nachgeschaltete Anwender

Auf der Webseite der ECHA wurde eine Serie von Präsentationen zu diversen Problembereichen von REACH und CLP für nachgeschaltete Anwender veröffentlicht. 

Umfangreiche Informationen zu REACH und CLP finden Sie auch auf www.wko.at/reach.

CLP Verordnung: Klassifizierung, Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien

Die EU-Verordnung Nr. 1272/2008 zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen betrifft hauptsächlich die chemische Industrie und bringt einheitlich neue Gefahrenklassen sowie entsprechende Kennzeichnungen (Piktogramme). Für die Anwender in der Maschinen und Metallwaren Industrie kommt es nur zu kleinen Änderungen. Die offensichtlichste Änderung in der CLP Verordnung sind die neuen Symbole. Innerhalb der wenig veränderten Systematik gibt es nun drei neue Piktogramme für die EU-weit einheitliche und eindeutige Kennzeichnung: Eine Gasflasche, ein „zerrissener Körper“ (als Symbol für chronische Gesundheitsgefährdung und chronisch toxische Effekte) sowie ein Rufzeichen als Ersatz des früheren „Andreaskreuz“-Symbols. 

Die CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) muss für Stoffe seit 1. Dezember 2010 und für Gemische spätestens ab 1. Juni 2015 angewendet werden. Die CLP-VO bringt einerseits neue Gefahrenklassen, andererseits teilweise neue Zuordnungen, was unter Umständen Auswirkungen auf die erforderliche Lagerhaltung von Stoffen haben kann. Bei den „entzündbaren Flüssigkeiten“ wurde der Grenzwert von 55° auf 60°C angehoben. Die CLP-Verordnung teilt die Stoffe und Gefahrenklassen in physikalische Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren ein. Im Anhang 5 sind dazu die entsprechenden Piktogramme dargestellt. Physikalische Gefahren gehen zum Beispiel von unter Druck stehenden Gasen, selbst erhitzungsfähigen Stoffen oder Gemischen sowie im Metallbereich vor allem von korrosiven Stoffen aus. Bei den Gesundheitsgefahren wird unterschieden zwischen spezifischer Zielorgantoxizität (einmalige Exposition), spezifischer Zielorgantoxizität bei wiederholter Exposition und Aspirationsgefahr. Bei Gemischen ändern sich teilweise die Berechnungsformeln. Außerdem sieht die CLP-VO neue Konzentrationsgrenzen vor: so wird unter „reizend“ nun eine Konzentration von 3 % (früher 10 %) klassifiziert. Aufgrund des neuen Systems kommt es nun dazu, dass plötzlich mehr Chemikalien als gefährlich eingestuft werden. Zurzeit sind etwa 4000 Stoffe harmonisiert eingestuft, die CLP wird aber weiter an den technischen Stand angepasst. Der Übergang auf Einstufung und Kennzeichnung nach CLP-Verordnung verläuft langsam. Die alte Einstufung ist noch bis 1. Juni 2015 parallel gültig.

Verordnung der Kommission zur Änderung des Anhang XVII der REACH Verordnung in Bezug auf Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Mittels einer Kommissionverordnung soll Anhang XVII von REACH (Beschränkungen und Verbote) geändert werden. Konkret sollen Erzeugnisse nicht für die allgemeine Öffentlichkeit in Verkehr gebracht werden, wenn einer ihrer Bestandteile aus Kunststoff oder Gummi, Körperkontakt vorausgesetzt, mehr als 1 mg/kg (0,0001 GHT dieses Bestandteils) eines der in den Unterlagen aufgeführten PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) enthält.

Mögliches Vorkommen

Die PAK werden gemäß CLP-Verordnung als Karzinogene der Kat. 1B eingestuft. Sie können u.a. in Kunststoff- und Gummiteilen einer breiten Palette von Erzeugnissen vorkommen. Ebenso sind sie u.U. als Verunreinigungen in einigen Rohstoffen enthalten, die für die Herstellung von Erzeugnissen benutzt werden, insbesondere in Weichmacherölen und Industrieruß. Der Verkauf dieser PAK an die breite Öffentlichkeit in Form von Stoffen als solche oder in Gemischen ist gemäß Nummer 28 des Anhangs XVII der REACH - Verordnung Nr. 1907/2006/EG verboten. Darüber hinaus ist gemäß Nummer 50 des Anhangs XVII die Verwendung von PAK in Weichmacherölen für die Herstellung von Reifen beschränkt.
 
Diese neue Beschränkung soll nur für Erzeugnisse gelten, die bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung unmittelbar und länger mit der menschlichen Haut oder der Mundhöhle in Berührung kommen. Insbesondere betrifft das (vgl. dazu Annex XVII Nummer 50 Spalte 2):

  • Spielzeuge einschließlich Aktivitätsspielzeug wie Schaukeln und Babyartikel
  • Sportgeräte wie Fahrräder, Golfschläger, Schläger, ..
  • Haushaltsgeräte, Einkaufswagen, Laufhilfen
  • Werkzeuge für den Hausgebrauch
  • Bekleidung, Schuhe, Handschuhe und Sportkleidung
  • Uhrenarmbänder, Armbänder, Masken, Stirnbänder

Die Verordnung finden Sie hier: REACH XVII.pdf

ACHTUNG: Wichtige Fristen bei REACH und CLP

Bitte beachten Sie das in der nachfolgenden Downloadbox befindliche Informationsblatt über die Fristen im Bereich REACH und CLP! Eine Gesamtübersicht über die Reach-Fristen finden Sie auf unserem  REACH-Helpdesk.

Download-Box

Wichtige Fristen REACH und CLP 01.pdf [832 KB]

Informationsblatt: Ablauf der Fristen bei REACH und CLP

REACH-Navigator online

Der Navigator hilft Unternehmen dabei, herauszufinden, welche Verpflichtungen sie im Rahmen der REACH-Verordnung haben, und liefert Hinweise zur Erfüllung dieser Verpflichtungen.