ARGE Automotive Zulieferindustrie


Die Entwicklung der österreichischen Automobilzulieferindustrie zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahrzehnte in unserem Land. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld konnte die Zulieferindustrie ihre Position festigen und mit einem durchschnittlichen Wachstum von acht Prozent jenes der Gesamtwirtschaft – aber auch der SachgĂŒtererzeugung insgesamt – deutlich ĂŒbertreffen. Sie hat damit auch in Österreich in der Wertschöpfungskette der Automobilproduktion eine "Turbofunktion“ fĂŒr die Gesamtwirtschaft ĂŒbernommen: "Geht’s den Autozulieferern gut, geht’s der Wirtschaft und uns allen gut!“

Der Beitrag der Automobil- und Autozulieferindustrie zur Wertschöpfung der österreichischen SachgĂŒtererzeugung ist zuletzt auf mehr als zehn Prozent angestiegen. Sie ist zu einem Pfeiler der österreichischen Wirtschaft geworden und sichert wichtige ArbeitsplĂ€tze in einem Hochtechnologiesektor mit hohem Forschungsanteil. Dank der Erfolge der Zulieferindustrie liegt der Wert der Exporte des automotiven Sektors aus Österreich bereits beim Dreifachen des Wertes der PKW-Importe nach Österreich.

Die österreichische Zulieferindustrie ist mit ihrer klaren Ausrichtung auf Forschung, Innovation und QualitÀt, ein wichtiger und zuverlÀssiger Partner internationaler Automobilhersteller und Systemlieferanten. Die Exportquote von rund 90 Prozent ist Abbild der engen internationalen Vernetzung der Branche.


Automotive Zulieferindustrie: Impulsgeber fĂŒr den Standort Österreich

Mit einem Produktionswert von ĂŒber 24 Milliarden Euro sichert die Branche ĂŒber 210.000 Jobs, der Standort-Wettbewerb setzt den Unternehmen jedoch zu

  • Prognose Produktionswert 2018: 24,4 Milliarden Euro (+6 %)
  • Gesamtwirtschaftliche Effekte: 42,6 Milliarden Euro
  • 80.150 direkte Jobs, indirekt sichert die Branche ĂŒber 210.000 ArbeitsplĂ€tze

(Presseinformation Wien, 17. JĂ€nner 2019) Die Automotive Zulieferindustrie in Österreich hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Impulsgeber fĂŒr den Wirtschaftsstandort Österreich entwickelt. „Die Betriebe unserer Branche behaupten sich am Weltmarkt, sie erzielen laufend Rekordergebnisse und leisten einen wichtigen Beitrag fĂŒr die AttraktivitĂ€t des Standortes Österreich. Allerdings zeigen alle relevanten internationalen Rankings, dass der Wirtschaftsstandort auch fĂŒr unsere Branche nach wie vor nicht zu den Top-Standorten gehört. Das muss aber unser Ziel sein, wenn wir auch in Zukunft eine Rolle spielen wollen“, so Dietmar SchĂ€fer, Vorsitzender der ARGE Automotive Zulieferindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich. Gemeinsam mit dem Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) hat der Branchenverband die Struktur der Branche untersucht und ihre WettbewerbsfĂ€higkeit in internationalen Standortrankings analysiert.

Impulsgeber fĂŒr den Industriestandort
Die Fakten zur Branche zeigen, wie stark die österreichische Industrie mit dem automotiven Sektor verbunden ist. An die 900 Betriebe sind zur GĂ€nze oder teilweise in der automotiven Zulieferindustrie tĂ€tig. Sie erwirtschafteten im Jahr 2018 einen Produktionswert von 24,4 Milliarden Euro (Prognose auf Basis der Wifo Konjunkturprognose Juli 2018, +6 % gegenĂŒber 2017) und eine Wertschöpfung von 7,4 Milliarden Euro.
Aus diesen Eckdaten hat das IWI gesamtwirtschaftliche Effekte errechnet. Die Berechnungen zeigen, dass der im Jahr 2018 erzielte Produktionswert gesamtwirtschaftliche Effekte von rund 42,6 Milliarden Euro ausgelöst hat. Die erzielte Branchen-Wertschöpfung löste eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von rund 16 Milliarden Euro aus und ist damit mehr als doppelt so hoch. Auch bei der BeschĂ€ftigtenzahl zeigt sich ein Ă€hnliches Bild: 2018 waren in der Branche rund 80.150 Menschen beschĂ€ftigt, indirekt sind damit aber ĂŒber 210.000 ArbeitsplĂ€tze verknĂŒpft. Dietmar SchĂ€fer: „Jeder von uns erwirtschaftete Euro an Wertschöpfung bringt dem Standort doppelt so viel und jeder Arbeitsplatz in unserer Branche sichert indirekt fast zwei weitere Jobs. Die automotive Zulieferindustrie ist damit einer der zentralen Impulsgeber fĂŒr den Industriestandort Österreich.“

ElektromobilitÀt und Digitalisierung treiben Strukturwandel
Die Branche selbst steht derzeit vor ihrem bislang wohl grĂ¶ĂŸten Transformationsprozess. Die bestimmenden Treiber sind die Digitalisierung, die neue Fertigungsprozesse mit Industrie-4.0-Anwendungen entstehen lĂ€sst, die weiterhin steigende Internationalisierung sowie die spezifischen Entwicklungen in der Automobilbranche. Hier steht vor allem die ElektromobilitĂ€t im Mittelpunkt, ebenso wie alle Formen der KĂŒnstlichen Intelligenz etwa beim Autonomen Fahren, sowie politisch-administrative Themen wie CO2-Vorgaben, Steuerfragen oder Dieselverbote. „Die Branche wird derzeit von vielen divergierenden internen und externen Faktoren beeinflusst, und zwar in einem noch nie dagewesenen Ausmaß“, so Dietmar SchĂ€fer. „Die politischen Unsicherheiten machen Investitionen schwieriger, gleichzeitig treibt uns die technologische Entwicklung vorwĂ€rts. Die österreichische Industrie hatte bislang eine herausragende Stellung in Europa, leider aber liegt der Standort nach wie vor hinter seinen Möglichkeiten. Und das ist auf Sicht Ă€ußerst riskant, vor allem vor dem Hintergrund des nun volatiler werdenden konjunkturellen Umfeldes.“

Österreichs StandortattraktivitĂ€t stagniert
Zu diesem Schluss kommt auch die Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts. Herwig Schneider, IWI-GeschĂ€ftsfĂŒhrer: „Unsere Sonderauswertung der relevantesten internationalen Rankings zur AttraktivitĂ€t des heimischen Standorts fĂŒr die Automotive Zulieferindustrie zeigt bis 2017 vor allem eines: Stagnation. Im Vergleich zu den Top-Performern und gleichzeitig wichtigsten Mitbewerbern der Branche, etwa Deutschland und die Schweiz, hat Österreich seit 2010 kontinuierlich leicht verloren.“ Vor allem bei den Faktoren „Dauer von UnternehmensgrĂŒndung“, „Belastung durch staatliche Regulierung“, „Bildung“ und „Steuereffekte“ hat sich der Abstand zwischen Österreich und den Top-Standorten am meisten vergrĂ¶ĂŸert.

Die Forderungen der Branche sind daher klar und von hoher Dringlichkeit: „Die angekĂŒndigten Reformen der Bundesregierung, etwa in Steuerfragen und der Deregulierung sind grundsĂ€tzlich zu begrĂŒĂŸen. Noch mehr Aufmerksamkeit sollte auf die Bereiche Bildung und FachkrĂ€fte sowie Forschung und Entwicklung gelegt werden. Die nĂ€chsten zwei bis drei Jahre werden entscheiden, ob Österreich seine herausragende Stellung in der Automotiven Zulieferindustrie halten kann. Das Potential dazu ist ĂŒberdurchschnittlich gut vorhanden, es braucht aber noch deutlich mehr Ambition und vor allem mehr Tempo“, so Dietmar SchĂ€fer abschließend.

Über die ARGE Automotive
Die ARGE Automotive Zulieferindustrie ist die österreichweite Branchenvertretung fĂŒr die rund 900 in der WKO vertretenen Unternehmen aus dem automotiven Wertschöpfungsbereich und vereinigt somit alle wesentlichen Player dieses Sektors unter ihrem Dach. TrĂ€gerorganisationen sind die WKO, vertreten durch die Bundessparte Industrie, und die AWO/Außenwirtschaft Österreich sowie sechs Industrie-FachverbĂ€nde (FV-NE-Metall, FV Bergwerke & Stahl, FV Metalltechnische Industrie, FV Chemische Industrie, FV Elektro- und Elektronikindustrie und FV Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Lederindustrie), die Kraftfahrzeugzulieferbetriebe zu ihren Mitgliedern zĂ€hlen. Oberstes Ziel ist, eine verbesserte öffentliche Wahrnehmung der Autozulieferbetriebe zu schaffen, um die industriepolitischen Rahmenbedingungen zu optimieren. Durch die Integration in die WKO ist auch fĂŒr eine optimale Koordination insbesondere mit dem Fachverband der Fahrzeugindustrie als Interessenvertretung der Herstellerseite bestens vorgesorgt
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RĂŒckfragehinweis
ARGE Automotive Zulieferindustrie
Vorsitzender Dipl.Ing. Dietmar SchÀfer
GF Clemens Zinkl & Ing. Christian Wurstbauer
A-1045 Wien, Wiedner Hauptstraße 63
Telefon: +43 (0)5 90 900 3465
Email: autozulieferer@fmti.at
http://www.wko.at/autozulieferer

Vorsitzender

DI Dietmar SchÀfer

GeschĂ€ftsfĂŒhrung

GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Clemens Zinkl
GeschĂ€ftsfĂŒhrer: Ing. Christian Wurstbauer
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