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Presseinformationen

KV-Verhandlungen in Metalltechnischer Industrie abgeschlossen

IST-Löhne und -GehÀlter steigen im Schnitt um 7,44 %, KV-Grundstufen um 7 %

(Wien, 4. November 2022) In der vierten Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) konnte heute Nacht eine Einigung erzielt werden. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir haben heute im Interesse des sozialen Friedens in Österreich mit den Gewerkschaften einen Abschluss fĂŒr die 137.000 BeschĂ€ftigten in unserer Branche vereinbart. Die IST-Löhne und -GehĂ€lter steigen im Durchschnitt um 7,44 %. Das ist eine Anerkennung fĂŒr die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sichern so ihre Kaufkraft, nehmen aber auch RĂŒcksicht auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Unternehmen.“

Der KV-Abschluss besteht aus den folgenden Bausteinen:

  • Die prozentuelle Erhöhung der IST-Löhne und -GehĂ€lter um 5,4 %, dazu kommt ein Fixbetrag von 75,- Euro, das bedeutet im Schnitt und sozial gestaffelt eine Erhöhung von 7,44 %.
  • Die KV-Löhne und -GehĂ€lter werden in der Grundstufe um 7 % erhöht, die VorrĂŒckungswerte bleiben unverĂ€ndert. 
  • Zulagen und AufwandsentschĂ€digungen werden ebenso um 7 % erhöht.
  • Bei den Lehrlingseinkommen gibt es eine dreijĂ€hrige Regelung, die bis 2024 zu einer Erhöhung der Entgelte im 1. Lehrjahr auf 1.050,-, im 2. Lehrjahr auf 1.270,-, im dritten Lehr-jahr auf 1.625,- und im 4. Lehrjahr auf 2.110,- Euro fĂŒhrt.

Einmalzahlungen, die mittels der extra geschaffenen gesetzlichen Regelung der Bundesregierung fĂŒr diesen Zweck gĂ€nzlich steuerfrei gewesen wĂ€ren, sind von den Gewerkschaften kategorisch abgelehnt worden.

Christian Knill: „Wir stehen vor sehr schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Der Krieg in der Ukraine wird weiterhin fĂŒr eine angespannte Situation bei den Energiepreisen und der allgemeinen Teuerung sorgen, der Abschwung hat auch unsere Branche erreicht. Umso wichtiger ist es, dass wir einen Abschluss erzielen konnten und die Betriebe damit Planungssicherheit bekommen. UnverstĂ€ndlich ist fĂŒr uns nach wie vor, dass die Gewerkschaften das Angebot von steuerfreien Einmalzahlungen nicht angenommen haben, denn dies hĂ€tte den BeschĂ€ftigten einen noch deutlicheren Reallohnzuwachs gebracht. Das ist tatsĂ€chlich als fahrlĂ€ssig zu bezeichnen und gegen die Interessen der BeschĂ€ftigten. Die Sozialpartner sind in Zukunft besonders gefordert, die WettbewerbsfĂ€higkeit der Industrie zu sichern.“ 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at

KV Metalltechnische Industrie: deutlich verbessertes Arbeitgeber-Angebot

Aktuelles Arbeitgeber-Angebot geht bis zu 6,3 %; nÀchste Verhandlungsrunde am 3.11.

(Wien, 24.10.2022) Die Arbeitgeber-Verhandler haben heute in der dritten Verhandlungs-runde ihr Angebot deutlich verbessert und damit einen großen Schritt in Richtung KV-Abschluss gesetzt. Die Gewerkschaften zeigten allerdings keinerlei Bereitschaft, von ihrer ĂŒberzogenen Forderung abzurĂŒcken.

Das Angebot des Fachverbands Metalltechnische Industrie liegt als Gesamtpaket vor. Die Lohn- und Gehaltserhöhung von bis zu 6,3 % besteht aus einer nachhaltigen Erhöhung der IST-Löhne und GehÀlter um 4,1 % ab 1.11. sowie verschiedenen Formen einer Erfolgsbeteiligung, die bis zu 2,2 % der Lohn- und Gehaltssumme ausmachen können.

Das angebotene Gesamtpaket wĂŒrde zu einer deutlichen und realen KaufkraftstĂ€rkung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fĂŒhren, da den BeschĂ€ftigten durch die Anti-Teuerungspakete der Bundesregierung bereits zwischen 50 und 100 % der erhöhten Teuerung abgegolten wurden. 

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Seriöse Verhandlungen brauchen auch verhandlungswillige Partner. Wir haben heute sehr konkrete VorschlĂ€ge ausgearbeitet, die vor dem Hintergrund der dramatischen Lage auf den EnergiemĂ€rkten und der prognostizierten Rezession in der Industrie den BeschĂ€ftigten eine deutliche Erhöhung von Löhnen und GehĂ€ltern bringen wĂŒrde. Die ablehnende Haltung der Gewerkschaften gegenĂŒber unseren VorschlĂ€gen ist unverstĂ€ndlich.“

Knill weiter: „Wir werden weiterhin seriös und verantwortungsbewusst versuchen, einen fairen Abschluss fĂŒr beide Seiten zu erzielen. Es muss uns aber auch klar sein, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch außergewöhnliche Lösungen gefragt sind. Dazu mĂŒssen aber auch die Gewerkschaften einen konstruktiven Beitrag leisten.“

Weitere Informationen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2022/

Hintergrund, Daten & Fakten:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Laut einer SchĂ€tzung der Wirtschaftskammer Österreich sind durch die heuer wirkenden Anti-Teuerungsmaßnahmen bei mittleren Einkommen mehr als 50 % der zusĂ€tzlichen Ausgaben aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation abgegolten, bei niedrigen Einkommen liegt die Abgeltung bei 75 % und bei sehr niedrigen Einkommen bei 100 % und mehr.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at
 

 

KV-Verhandlungen Metalltechnische Industrie: Klarstellungen

FMTI vermisst sachliche Argumentation

(Wien, 20.10.2022) In diesen Tagen finden Betriebsversammlungen in Betrieben der Metall-technischen Industrie sowie weiteren Metallbranchen statt. Die Gewerkschaften haben die-se Maßnahme mit teils sehr unsachlichen und unseriösen Argumenten begrĂŒndet. Der Fach-verband Metalltechnische Industrie (FMTI) hat in der Verhandlungsrunde am Montag ein Angebot vorgelegt, das als Grundlage fĂŒr weitere Verhandlungen gedacht ist. Dazu einige Klarstellungen.

Was beinhaltet das Angebot?
Das Angebot der Arbeitgeber spiegelt die aktuell sehr angespannte wirtschaftliche Situation mit einer drohenden Industrie-Rezession und explodierenden Energiepreisen auch fĂŒr die Unternehmen wider. Es beinhaltet die Abgeltung der rollierenden Kerninflation von 4,1 % sowie die Möglichkeit von erfolgsabhĂ€ngigen Zahlungen.

Warum die Kerninflation als Grundlage?
Die Kerninflation ist ein volkswirtschaftliches Konzept zur Messung der Preisentwicklung, ein Index, den Wirtschaftsforscher wie das WIFO und Notenbanken zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und der Preisentwicklung verwenden. Die Kerninflation schließt etwa Energiekosten aus der Inflationsbe-rechnung aus, da die enormen Preisschwankungen in diesem Bereich nicht innerhalb unserer Volks-wirtschaft entstehen, sondern importiert werden. BeschĂ€ftigte wie Unternehmen sind gleichermaßen davon betroffen. Die Anti-Teuerungspakete der Bundesregierung gelten speziell diesen Anteil der nicht im Inland entstehenden Inflation ab.

Weshalb werden die Anti-Teuerungspakte der Bundesregierung eingerechnet?
Die Belastung durch die Energiepreise können die Unternehmen nicht allein schultern, denn auch sie sind stark davon betroffen. Gerade deshalb hat die Bundesregierung – und das ist einzigartig in der Geschichte der 2. Republik – mit ihren BeschlĂŒssen und Maßnahmen bei mittleren Einkommen rund die HĂ€lfte der Jahresinflation ausgeglichen, bei geringeren Einkommen sind es sogar 100 % und mehr. Das ist zu berĂŒcksichtigen. Der FMTI ist bereit, einen fairen Beitrag zu leisten. In dieser schwierigen Zeit sind aber alle Beteiligten gefordert: Staat, Unternehmen und BeschĂ€ftigte.

Wenn der Staat die Teuerung ausgleicht, zahlen sich das die Arbeitnehmer:innen dann nicht selbst? 
Der Staat sind wir alle, Unternehmen und BeschĂ€ftigte. Unternehmen schaffen ArbeitsplĂ€tze und zahlen gleich wie BeschĂ€ftigte ihre Steuern. Ohne funktionierende Unternehmen gibt es keine Arbeit und kein Steueraufkommen. Daher hilft der Staat in dieser außergewöhnlichen Situation den Menschen mit einem Teuerungsausgleich. Auch von der Krise betroffene Unternehmen, die sonst vielleicht schließen mĂŒssten, werden unterstĂŒtzt. So erhalten wir ArbeitsplĂ€tze und sichern Wohlstand. Das ist ein Ge-meinschaftsprojekt und es mĂŒssen alle an einem Strang ziehen.
Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die Teuerungskrise betrifft uns alle und wir mĂŒssen uns auch alle auf einen gewissen Wohlstandsverlust einstellen. Aber es wird auch viel getan: Der Staat hat Milliarden in die Hand genommen, um die Auswirkungen der Teuerungen zu mildern. Auch die Unternehmen werden ĂŒber Lohn- und Gehaltserhöhungen einen wichtigen Beitrag leisten. Die Politik ist nun gefordert dafĂŒr zu sorgen, dass die Inflation mittelfristig wieder sinkt. Ös-terreichs Industrie ist das RĂŒckgrat unserer Wirtschaft, daher mĂŒssen wir mit Verantwortung agieren und mit vernĂŒnftigen KV-AbschlĂŒssen dazu beitragen, dass es so bleibt. Wir sind zuversichtlich, dass uns das gemeinsam gelingen wird. Dazu braucht es aber auch Vernunft und die Bereitschaft, sachlich fundierte Argumente zu hören und anzuerkennen.“

Weitere Informationen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2022/

Hintergrund, Daten & Fakten:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Laut einer SchĂ€tzung der Wirtschaftskammer Österreich sind durch die heuer wirkenden Anti-Teuerungsmaßnahmen bei mittleren Einkommen mehr als 50 % der zusĂ€tzlichen Ausgaben aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation abgegolten, bei niedrigen Einkommen liegt die Abgeltung bei 75 % und bei sehr niedrigen Einkommen bei 100 % und mehr.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
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KV-Verhandlungen Metalltechnische Industrie noch ohne Einigung

FMTI-Angebot liegt bei 4,1 %; unter Einberechnung der Anti-Teuerungsmaßnahmen ist Inflation damit zu mehr als 100 % ausgeglichen

(Wien, 17.10.2022) Die zweite Runde der KV-Verhandlungen fĂŒr die Metalltechnische Industrie wurde heute von den Gewerkschaften abgebrochen. Das Verhandlungsteam des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI) hat in den GesprĂ€chen zuletzt ein Angebot zur Erhöhung der aktuellen Löhne und GehĂ€lter in der Branche um 4,1 % ab 1. November 2022 angeboten plus der Möglichkeit von Gewinnbeteiligungen.

Das Angebot der Arbeitgeber spiegelt die aktuell sehr angespannte wirtschaftliche Situation mit einer drohenden Industrie-Rezession und explodierenden Energiepreisen auch fĂŒr die Unternehmen wider. Es beinhaltet die Abgeltung der rollierenden Kerninflation (Inflation ohne importierte Energiepreissteigerungen) und berĂŒcksichtigt die bereits umgesetzten Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung fĂŒr alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Diese sind einzigartig in der Geschichte der zweiten Republik und daher in der Gesamtsituation abzubilden. Nimmt man die vorgeschlagenen 4,1 % Lohn- und Gehaltserhöhung und rechnet die Teuerungsmaßnahmen, die zwischen 50 und 100 % der zusĂ€tzlichen Kosten fĂŒr die BeschĂ€ftigten und ihre Familien abdecken, dazu, so ist das ein Teuerungsausgleich von 100 % und bei vielen Menschen sogar deutlich mehr. ZusĂ€tzlich wĂ€re es möglich, die BeschĂ€ftigten mit innovativen Lösungen direkt an Gewinn und Erfolg der Unternehmen zu beteiligen.

Die Gewerkschaften haben stattdessen bereits vor dieser Verhandlungsrunde begonnen, Betriebsversammlungen zu organisieren, das zeigt aus Sicht des Fachverbands die mangelnde Bereitschaft zu sachlichen Lösungen. Eskalationsstrategien sind aber in dieser schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation besonders unvernĂŒnftig und kontraproduktiv.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die KV-Verhandlungen finden heuer unter schwierigsten Bedingungen statt: Eine Rezession steht vor der TĂŒr, die explodierenden Energie- und Materialpreise belasten Unternehmen genauso wie BeschĂ€ftigte. Es ist enttĂ€uschend, dass die Gewerkschaften nicht an sachlichen Lösungen interessiert sind. Es braucht aber gerade heuer einen Schulterschluss zwischen Staat, Betrieben und BeschĂ€ftigen. Wir ziehen alle an einem Strang und haben ein gemeinsames Interesse: die ArbeitsplĂ€tze und den Wohlstand in Österreich zu erhalten. Der Staat hat bereits viel unternommen, auch wir tragen mit dem Ausgleich der Kerninflation und möglichen Gewinnbeteiligungen gerne dazu bei. Die Gewerkschaften allerdings agieren, als ob es keine Krise gĂ€be. Wir sind weiterhin am Verhandlungstisch, das ist in diesen unsicheren Zeiten auch der einzige Ort fĂŒr vernĂŒnftige Lösungen.“

Weitere Informationen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2022/

Hintergrund, Daten & Fakten:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Laut einer SchĂ€tzung der Wirtschaftskammer Österreich sind durch die heuer wirkenden Anti-Teuerungsmaßnahmen bei mittleren Einkommen mehr als 50 % der zusĂ€tzlichen Ausgaben aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation abgegolten, bei niedrigen Einkommen liegt die Abgeltung bei 75 % und bei sehr niedrigen Einkommen bei 100 % und mehr.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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Antiteuerungspakete decken bereits großen Teil der aktuellen Inflation ab

FMTI-Obmann Knill: Niedrige Einkommen zu 100 % und mehr entlastet; Teuerungsausgleich muss in KV eingerechnet werden
 
(Wien, 13.10.2022) Die aktuellen KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie stehen unter besonderen Vorzeichen. Die sehr hohe Teuerung ist zu einem großen Teil importiert. Grund dafĂŒr sind die außergewöhnlich hohen Energiepreise als Folge des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine. Die Inflation betrifft BeschĂ€ftigte und Betriebe gleichermaßen.
Nun haben aktuelle Berechnungen aus dem Finanzministerium und der Wirtschaftskammer Österreich ergeben, dass durch die umfangreichen Teuerungs- und Entlastungspakete der Bundesregierung — von Energiekostenausgleich, Klimabonus, Familienbonus bis zu diversen Einmalzahlungen — bereits große Teile der Teuerung des Jahres 2022 ausgeglichen wurden. Dabei sind weitere großen Pakete, wie etwa die Abschaffung der kalten Progression, noch nicht eingerechnet und wirksam. Dies wird vor allem im nĂ€chsten Jahr deutlich in den Haushaltseinkommen spĂŒrbar werden.

  • Laut einer SchĂ€tzung der Wirtschaftskammer Österreich sind durch die heuer wirkenden Anti-Teuerungsmaßnahmen bei mittleren Einkommen mehr als 50 % der zusĂ€tzlichen Ausgaben aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation abgegolten, bei niedrigen Einkommen liegt die Abgeltung bei 75 % und bei sehr niedrigen Einkommen bei 100 % und mehr.
  • Zu einem Ă€hnlich klaren Ergebnis kommt das Finanzministerium: bei einem Gehalt von 1.500 Euro betrĂ€gt die Entlastung je nach Berechnung heuer mehr als 8 %, mit erhöhten Familienbeihilfen und Familienbonus wird die Inflation sogar bis zu einem Einkommen von rund 3.500 Euro komplett abgegolten.
  • Nimmt man den Durchschnittslohn in der Metalltechnischen Industrie (3.350 Euro brutto) als Grundlage, dann liegt die Entlastung bei 3 bis 4 %, mit Familienbonus und Familienbeihilfen steigt sie auf rund 9 %.
  • Das Durchschnittsgehalt in der Metalltechnischen Industrie liegt aktuell bei 4.700 Euro brutto. Die Entlastung betrĂ€gt in dieser Gruppe 2 bis 3 % und steigt mit den FamilienunterstĂŒtzungen auf bis zu 8 %.
  • Mögliche steuerfreie Einmalzahlungen in Form von TeuerungsprĂ€mien sind dabei noch nicht berĂŒcksichtigt. Diese könnten bei Anwendung zusĂ€tzlich zu deutlichen ReallohnzuwĂ€chsen fĂŒhren.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die umfangreichen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung sind in den KV-Verhandlungen in jedem Fall zu berĂŒcksichtigen. Die Erhaltung der Kaufkraft ist dadurch bereits zu einem sehr großen Teil gesichert. Vor diesem Hintergrund sind die Forderungen der Gewerkschaften unrealistisch und entbehren jeder vernĂŒnftigen Grundlage. Wir werden auch heuer einen fairen KV-Abschluss fĂŒr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verhandeln, aber unsere Betriebe können und werden die hohe Inflation nicht allein schultern, zumal sie selbst stark davon betroffen sind. Das heißt fĂŒr uns: der KV-Abschluss muss die Entlastungspakte der Bundesregierung berĂŒcksichtigen. Wir können durch die steuerbefreiten Einmalzahlungen die gestiegene ProduktivitĂ€t abgelten, die bevorstehende Rezession in der Industrie nimmt uns aber jeden Spielraum fĂŒr nachhaltige Mehrkosten.“
 
Hintergrund, Daten & Fakten:
 
KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

 
Über die Metalltechnische Industrie
 
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
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Erste KV-Runde Metalltechnische Industrie ohne konkretes Ergebnis

FMTI-Obmann Knill: Dramatik der Lage bei Gewerkschaften noch nicht angekommen, brauchen heuer angemessene Lösung und vor allem Vernunft

(Wien, 3.10. 2022) Die erste Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie ist heute Abend ohne konkretes Ergebnis beendet worden. Der nÀchste Verhandlungstermin findet am 17. Oktober statt.

Das Verhandlungsteam des FMTI hat sich in dieser KV-Runde die verschiedenen Forderungen der Gewerkschaften im Detail erlĂ€utern lassen, vor allem auch die Rahmenrechtsthemen. Außerdem ging es den Arbeitgeber-Verhandlern darum, gemeinsam die aktuelle Situation in den Betrieben der Branche zu analysieren. Hier offenbarte sich wieder die HeterogenitĂ€t der Branche: wĂ€hrend einige Großunternehmen noch ĂŒber gute Zahlen verfĂŒgen, zeigt sich vor allem bei den KMU, die in der Branche die große Mehrheit stellen, ein deutlich negativeres Bild.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Ich bekomme tĂ€glich Mails und Anrufe von Unternehmen aus den unterschiedlichsten Regionen Österreichs. Der einhellige Tenor: Alle Signale stehen auf Sturm. Es gibt in unserer Branche bereits etliche Unternehmen, die ihre Produktion reduzieren und es werden tĂ€glich mehr. Viele sagen, dass sie vor einer Gewitterfront stehen und nur auf Sicht fahren können. Ein KV-Abschluss wie von den Gewerkschaften gefordert, wĂŒrde etliche Betriebe in den Ruin treiben.“

Knill verweist auch auf die Entwicklung in Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der Metalltechnischen Industrie. Laut den deutschen Wirtschaftsforschern steht die Industrie vor einer Rezession oder ist bereits mittendrin. „Ich kann deshalb nur wiederholen: Die extrem hohe Inflation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wir werden unseren Teil dazu beitragen, aber nicht alles schultern können. Der Staat trĂ€gt durch die vielen Entlastungspakte bereits sehr viel bei, das mĂŒssen und werden wir in den Verhandlungen berĂŒcksichtigen. Selbst die EZB und die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die heurigen Lohnerhöhungen nicht die gesamte Teuerung abdecken werden können — schon gar nicht, wenn diese auch im nĂ€chsten Jahr so hoch bleibt. Wir hoffen, dass sich die Gewerkschaften der Dramatik der Lage doch noch bewusst werden. Es wird heuer kein normaler Abschluss möglich sein. Wir brauchen vielmehr eine der außergewöhnlichen Situation angemessene Lösung“, so Knill abschließend.

Hintergrund-Informationen:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der hei-mischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fach-verbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: https://www.metalltechnischeindustrie.at/zahlen-daten/aktuelle-daten-zur-branche/ 

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at 


Forderungen der Gewerkschaften unvernĂŒnftig und ĂŒberzogen

Metalltechnische Industrie steht vor Rezession, Teuerung kann von Betrieben nicht allein getragen werden, Forderungspaket vor diesem Hintergrund realitÀtsfern

(Wien, 19.9.2022) Zum Start der Kollektivvertragsverhandlungen der Metalltechnischen Industrie haben die Gewerkschaften heute ein Forderungspaket prÀsentiert, das neben geforderten Lohn- und Gehaltserhöhungen um 10,6 % noch weitere umfangreiche Forderungen im Rahmenrecht beinhaltet.

Dazu hĂ€lt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), fest: 
„Die Sozialpartnerschaft steht heuer vor einer ihrer grĂ¶ĂŸten Herausforderungen. Krieg, ĂŒberschießende Energiepreise, die hohe Inflation – all das belastet Betriebe und BeschĂ€ftigte gleichermaßen. Das Forderungspaket der Gewerkschaften ist aus unserer Sicht unvernĂŒnftig und ĂŒberzogen. Dieses Wunschpaket wĂŒrde den Betrieben massive Mehrkosten verursachen, das ist absolut realitĂ€tsfern. Jeden Tag erreichen uns neue schlechte Nachrichten und die Branche steht tatsĂ€chlich vor einer Rezession. Unsere Unternehmen können und werden in der derzeitigen Situation die aktuelle Teuerung nicht allein schultern. Staat, Betriebe und BeschĂ€ftigte mĂŒssen diese Krise gemeinsam bewĂ€ltigen. Die Bundesregierung hat mit den Anti-Teuerungsmaßnahmen ein bislang einzigartiges Paket auf den Weg gebracht, das die Kaufkraft bereits deutlich stĂ€rkt. Das ist in den Verhandlungen jedenfalls zu berĂŒcksichtigen. 
Wir werden nun in den nĂ€chsten Tagen und Wochen versuchen, eine vernĂŒnftige Lösung zu finden. Der Abschluss muss den Wirtschaftsstandort im Auge haben und fĂŒr beide Seiten tragbar sein. Davon sind wir mit diesen Forderungen allerdings noch weit entfernt.“

Hintergrund-Informationen:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2022/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at


KV-Verhandlungen 2022 unter schwierigen Vorzeichen

Metalltechnische Industrie erwartet WachstumsrĂŒckgang, globale Preissteigerungen belasten Betriebe ebenso wie BĂŒrgerinnen und BĂŒrger

  • Covid-19 Pandemie verursachte 2020 deutlichen Einbruch der Produktion, dieser konnte 2021 in Richtung Vorkrisenniveau ausgeglichen werden
  • Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen sowie mangelnde VerfĂŒgbarkeiten bei Vormaterialien belasten Margensituation
  • 59 % der Unternehmen erwarten Einbruch der Nachfrage
  • Teuerungen aufgrund internationaler Verwerfungen auf den EnergiemĂ€rkten belasten die Betriebe, deren BeschĂ€ftigte und Familien gleichermaßen
  • Außergewöhnliche Inflation kann nur gemeinsam geschultert werden: Staat, Unternehmen und BeschĂ€ftigte sind gleichermaßen gefordert 

(Wien, 6.9.2022)  Am 19. September starten die Kollektivertragsverhandlungen fĂŒr die Metalltechnische Industrie (MTI) mit ForderungsĂŒbergabe und anschließenden WirtschaftsgesprĂ€chen. FĂŒr Fachverbandsobmann Christian Knill finden die heurigen Verhandlungen unter außergewöhnlichen UmstĂ€nden statt: „Nachdem durch die Corona-Pandemie die globalen Lieferketten und die Rohstoffpreise stark belastet wurden, sind die aktuellen Verwerfungen auf den EnergiemĂ€rkten auch fĂŒr unsere Branche das zentrale Thema. Wir konnten den pandemiebedingten Einbruch der Produktion im letzten Jahr wieder wettmachen, aber die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen ihre negativen Folgen. Die enormen Teuerungen, verursacht durch die hohen Energiepreise auf den WeltmĂ€rkten, betreffen auch die Unternehmen. Wir bewegen uns auf dĂŒnnem Eis und die Aussichten sind im Moment sehr unsicher. In den KV-Verhandlungen muss das entsprechend berĂŒcksichtigt werden, denn die Betriebe können die enorme Teuerung nicht allein stemmen.“

Unternehmen erwarten Einbruch bei Nachfrage und Margen

Die Metalltechnische Industrie erzielte 2021 einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben. So sind etwa die Stahlpreise in den letzten beiden Jahren um 108 % gestiegen. 

In den ersten vier Monaten 2022 liegt die Produktion mit rund 8,8 % im Plus, allerdings zeigen alle Daten in Richtung Abschwung in den nĂ€chsten Monaten. Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich. FĂŒr das Gesamtjahr 2022 erwarten die Unternehmen im Schnitt ein Plus von rund 5 %, jedes vierte Unternehmen rechnet allerdings mit einem RĂŒckgang der Produktion. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Ergebnis (EBIT).

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fĂŒr die KV-Verhandlungen sind heuer also außergewöhnlich vielschichtig und volatil. Die durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verursachten negativen Folgen fĂŒr die Kaufkraft der Menschen in Österreich und Europa sind auch als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu sehen.

Christian Knill: „Eines muss uns klar sein: die aktuellen Entwicklungen werden zu einem Wohlstandsverlust fĂŒhren, dieser betrifft uns alle. Wir können es gemeinsam schaffen, den Verlust zu begrenzen und neues Wachstum zu entwickeln. Dazu mĂŒssen wir aber die WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe erhalten. Wir verhandeln einen Kollektivvertrag fĂŒr ĂŒber 1.200 Betriebe, die einen großen Teil ihrer UmsĂ€tze im Export erzielen und sich sehr unterschiedlich entwickeln. Fast alle Unternehmen unserer Branche sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert, sie sichern rund 250.000 ArbeitsplĂ€tze. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich einen fairen KV-Abschluss verdient. Wenn dieser aber fĂŒr Betriebe nicht leistbar ist, kostet es am Ende ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand. Das kann nicht im Interesse der BeschĂ€ftigten sein. Staat, Betriebe und BeschĂ€ftigte mĂŒssen die außergewöhnliche Teuerung gemeinsam schultern, die Unternehmen schaffen das nicht allein. Darauf werden wir in den Verhandlungen Wert legen.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der hei-mischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fach-verbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: https://www.metalltechnischeindustrie.at/zahlen-daten/aktuelle-daten-zur-branche/ 

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at 


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