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Metalltechnische Industrie: Leichtes Plus im Jahr 2025, geopolitische Lage trĂŒbt Ausblick

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Eine weibliche Person sitzt vor zwei Bildschirmen und tippt auf die Tastatur.

© Gorodenkoff | stock.adobe.com

PRESSEINFORMATION

Produktion im Jahr 2025 um 2,7 % gestiegen ― Exporte in die USA eingebrochen ―  10.000 ArbeitsplĂ€tze wurden abgebaut

  • 2025: leichtes Produktionsplus von 2,7 %, kumulierter ProduktionsrĂŒckgang 2023/2024 betrug knapp 16 %
  • Exporte sanken um 2 %, jene in die USA um 23 %
  • BeschĂ€ftigungsrĂŒckgang von 10.000 Stellen in zwei Jahren
  • Standortpolitik mehr denn je gefordert

(Wien, 28.4.2026) Die Metalltechnische Industrie erzielte im Jahr 2025 ein leichtes Produktionswachstum auf rund 47 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2,7 % (real, preisbereinigt). In den beiden Rezessionsjahren 2023 und 2024 betrug der RĂŒckgang knapp 16 %. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, sagt dazu: „Die leichte Erholung aus dem Vorjahr kann den Einbruch in den Jahren zuvor bei Weitem nicht wettmachen. Der anhaltende RĂŒckgang bei den Exporten, vor allem in die USA, schmerzt uns besonders. Die Folge ist ein dramatischer Jobverlust in unserer Branche.“

Die Exportquote der Branche betrĂ€gt 79 %. Preisbereinigt sind die Exporte im Jahr 2025 um 2 % auf 39,1 Milliarden Euro gesunken. Besonders groß ist der RĂŒckgang bei den Exporten in die USA mit knapp 23 %. Die Exporte nach Deutschland, dem mit einem Anteil von 27 % an den Gesamtexporten wichtigsten Markt der Branche, sanken um 1,3 %. Deutlich gestiegen sind hingegen die Exporte nach China (+13 %), wobei der Anteil des chinesischen Marktes an den Gesamtexporten nur bei 6 % liegt.

Einen deutlichen RĂŒckgang gab es erneut bei der Anzahl der BeschĂ€ftigten in der Branche. Im Jahr 2025 betrug der RĂŒckgang 4,2 %, was rund 4.700 Stellen entspricht. In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt rund 10.000 BeschĂ€ftigte abgebaut, hinzu kommen noch etwa 4.000 Leiharbeitsstellen.

Stimmung in den Unternehmen trĂŒbt sich ein

Aufgrund der Nahost-Krise wurden kĂŒrzlich die BIP-Prognosen fĂŒr die Gesamtwirtschaft deutlich nach unten revidiert. Auch die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie sind derzeit pessimistisch eingestellt. In einer aktuellen Umfrage von Mitte April rechnen 52 % der Mitgliedsbetriebe der Branche mit einem RĂŒckgang der Produktion in ihrem Betrieb. Zwei Drittel halten einen Aufschwung in den kommenden sechs Monaten fĂŒr unrealistisch. 39 % der Befragten rechnen mit einem negativen Betriebsergebnis fĂŒr 2026. Die Folgen dieser Entwicklung sind ein fortschreitender BeschĂ€ftigungsrĂŒckgang: 41 % der Betriebe gehen davon aus, dass die BeschĂ€ftigung in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren abnehmen wird. 43 % meinen, sie werde konstant bleiben. Nur 15 % rechnen mit steigender BeschĂ€ftigung an ihrem Standort. Gleichzeitig gehen 60 % der Befragten davon aus, dass die BeschĂ€ftigung an ihren Auslandsstandorten zunehmen wird. Das bedeutet, dass die Unternehmen ihre Investitionen vor allem im Ausland statt in Österreich planen.

Obmann Christian Knill: „Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben volatil und ein Risiko. Umso mehr mĂŒssen wir unsere Hausaufgaben machen und die Resilienz und WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen stĂ€rken. Die Bundesregierung hat mit der Industriestrategie einen guten ersten Schritt gesetzt, wir mĂŒssen aber rascher und dynamischer in die Umsetzung kommen. Dringend erforderlich ist eine Entlastung der Betriebe, vor allem bei den Lohnnebenkosten, den Energiepreisen und dem bĂŒrokratischen Aufwand. Nur so bekommen sie wieder Spielraum fĂŒr Investitionen in Österreich. Die nun angekĂŒndigte Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 begrĂŒĂŸen wir daher. Gleichzeitig muss das Wiedererstarken der Inflation verhindert werden. Mit dem zweijĂ€hrigen Lohnabschluss unter der Inflationsrate haben unsere Unternehmen und BeschĂ€ftigten bereits einen wichtigen Schritt zur DĂ€mpfung der Teuerung gesetzt. Nun ist vor allem der Staat gefragt, seine Ausgaben zu dĂ€mpfen, insbesondere bei Pensionen, GehĂ€ltern und GebĂŒhren.“


Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche und bildet das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Sie erwirtschaftet einen Produktionswert von rund 47 Milliarden Euro (2025), beschĂ€ftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt rund 290.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienunternehmen und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich.

Insgesamt sind im Fachverband Metalltechnische Industrie ĂŒber 1.100 Unternehmen vertreten, die unter anderem in den Bereichen Maschinenbau, Metallwaren, Anlagenbau, Stahlbau und Gießerei tĂ€tig sind. Rund 800 davon haben ihren Produktionsschwerpunkt in der Metalltechnischen Industrie und wenden den Kollektivvertrag der MTI an.

Der Fachverband Metalltechnische Industrie ist einer der grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nde Österreichs und eine eigenstĂ€ndige Organisation in der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
GeschĂ€ftsfĂŒhrerin
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
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