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KV-Forderungspaket der Gewerkschaften wĂŒrde bis zu 10 % Mehrkosten bedeuten

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Erste KV-Verhandlungsrunde sachlich und konstruktiv verlaufen, aber noch ohne Ergebnis

(OTS, Wien, 29.9.2021) Die erste Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen
Industrie (MTI) endete heute am frĂŒhen Abend ohne konkretes Ergebnis und
mit viel weiterem GesprĂ€chsbedarf. Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist fĂŒr den 11. Oktober
angesetzt.

Christian Knill, Obmann und Sprecher des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Der
Auftakt der KV-Verhandlungen stand fĂŒr uns unter dem Motto: Wie ist das Forderungspaket
zu verstehen und was bedeutet es fĂŒr die Betriebe. Das nun im Detail diskutierte Paket ist
in seiner Gesamtheit allerdings fĂŒr die Betriebe nicht machbar.“

Die heutige, sehr sachlich und konstruktiv gefĂŒhrte, Verhandlungsrunde brachte vor allem
Klarheit zu den einzelnen Forderungen und ihren finanziellen Auswirkungen. Von den geforderten
Lohn- und Gehaltserhöhungen ĂŒber die Zulagen bis zu diversen Rahmenrechtsforderungen
wĂŒrde das Paket in seinem Gesamtumfang den Betrieben Mehrkosten von bis zu
10 % verursachen.

Christian Knill: „Die Forderungen sind, und das mĂŒssen wir leider wiederholen, angesichts
der tatsĂ€chlichen Entwicklungen ĂŒberzogen. Wir hatten im letzten Jahr den grĂ¶ĂŸten Wirtschaftseinbruch
seit Jahrzehnten zu bewÀltigen. Wir haben nun wieder ein ordentliches
Wachstum, das ist gut, so sichern wir Betriebe und ArbeitsplÀtze. Es gibt aber keinen
Grund fĂŒr Euphorie, denn wir werden heuer nicht einmal das aufholen können, was wir
durch die Corona-Krise verloren haben. Vor diesem Hintergrund fehlt den Forderungen der
Gewerkschaften das richtige Augenmaß.“

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten in der MTI

  •  Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie einen RĂŒckgang in der
    Produktion von 10,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden
    Euro. Die Zahl der BeschÀftigten verringerte sich weniger stark um rund 2 %. In
    den ersten fĂŒnf Monaten 2021 liegt die Produktion um rund 21 % im Plus, nach einem
    Minus von 18 % im Vergleichszeitraum 2020 ist das statistisch gesehen ein Ausgleich
    und in erster Linie durch Nachholeffekte begrĂŒndet.
  • Laut einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Metalltechnischen
    Industrie rechnen diese fĂŒr 2021 im Schnitt mit einem Wachstum von rund 9,3 %.
    Damit wÀre noch immer nicht das Niveau von 2019, dem Jahr vor Beginn der
    Corona-Krise, erreicht. Gleichzeitig beurteilen 45 % der Betriebe ihre Margensituation
    als aktuell schwĂ€cher als im Durchschnitt der Vorkrisenjahre. Der Grund dafĂŒr
    liegt vor allem im schwierigen internationalen Marktumfeld. Die Rohstoffpreise etwa fĂŒr Stahl, sind in den letzten Monaten explodiert und viele Vormaterialien am
    Weltmarkt nur schwer und mit großen Verzögerungen lieferbar.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert.
    Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung.
  • Die Metalltechnischen Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche
    Durchschnittsgehalt betrÀgt 4.447 Euro, der Durchschnittslohn liegt bei
    3.125 Euro. Die realen Löhne und GehÀlter in der Branche liegen im Schnitt zwischen
    11 % und 28 % ĂŒber KV.
  • Österreichs Gesamtwirtschaft verzeichnete 2020 einen historischen Einbruch beim
    Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,7 Prozent. FĂŒr 2021 erwarten die Wirtschaftsforscher
    ein Wachstum von rund 4 %, der Einbruch ist somit noch nicht aufgeholt. Die Inflation lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei durchschnittlich 1,9 %.

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 134.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.


RĂŒckfragehinweis:
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3358
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at


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pdf: FMTI_Presseaussendung_29.09.2021.pdf

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