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KV-Verhandlungen 2022 unter schwierigen Vorzeichen

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Mensch stellt Maschine ein

PRESSEINFORMATION

Metalltechnische Industrie erwartet WachstumsrĂŒckgang, globale Preissteigerungen belasten Betriebe ebenso wie BĂŒrgerinnen und BĂŒrger

  • Covid-19 Pandemie verursachte 2020 deutlichen Einbruch der Produktion, dieser konnte 2021 in Richtung Vorkrisenniveau ausgeglichen werden
  • Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen sowie mangelnde VerfĂŒgbarkeiten bei Vormaterialien belasten Margensituation
  • 59 % der Unternehmen erwarten Einbruch der Nachfrage
  • Teuerungen aufgrund internationaler Verwerfungen auf den EnergiemĂ€rkten belasten die Betriebe, deren BeschĂ€ftigte und Familien gleichermaßen
  • Außergewöhnliche Inflation kann nur gemeinsam geschultert werden: Staat, Unternehmen und BeschĂ€ftigte sind gleichermaßen gefordert 

(Wien, 6.9.2022)  Am 19. September starten die Kollektivertragsverhandlungen fĂŒr die Metalltechnische Industrie (MTI) mit ForderungsĂŒbergabe und anschließenden WirtschaftsgesprĂ€chen. FĂŒr Fachverbandsobmann Christian Knill finden die heurigen Verhandlungen unter außergewöhnlichen UmstĂ€nden statt: „Nachdem durch die Corona-Pandemie die globalen Lieferketten und die Rohstoffpreise stark belastet wurden, sind die aktuellen Verwerfungen auf den EnergiemĂ€rkten auch fĂŒr unsere Branche das zentrale Thema. Wir konnten den pandemiebedingten Einbruch der Produktion im letzten Jahr wieder wettmachen, aber die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen ihre negativen Folgen. Die enormen Teuerungen, verursacht durch die hohen Energiepreise auf den WeltmĂ€rkten, betreffen auch die Unternehmen. Wir bewegen uns auf dĂŒnnem Eis und die Aussichten sind im Moment sehr unsicher. In den KV-Verhandlungen muss das entsprechend berĂŒcksichtigt werden, denn die Betriebe können die enorme Teuerung nicht allein stemmen.“

Unternehmen erwarten Einbruch bei Nachfrage und Margen

Die Metalltechnische Industrie erzielte 2021 einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben. So sind etwa die Stahlpreise in den letzten beiden Jahren um 108 % gestiegen. 

In den ersten vier Monaten 2022 liegt die Produktion mit rund 8,8 % im Plus, allerdings zeigen alle Daten in Richtung Abschwung in den nĂ€chsten Monaten. Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich. FĂŒr das Gesamtjahr 2022 erwarten die Unternehmen im Schnitt ein Plus von rund 5 %, jedes vierte Unternehmen rechnet allerdings mit einem RĂŒckgang der Produktion. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Ergebnis (EBIT).

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fĂŒr die KV-Verhandlungen sind heuer also außergewöhnlich vielschichtig und volatil. Die durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verursachten negativen Folgen fĂŒr die Kaufkraft der Menschen in Österreich und Europa sind auch als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu sehen.

Christian Knill: „Eines muss uns klar sein: die aktuellen Entwicklungen werden zu einem Wohlstandsverlust fĂŒhren, dieser betrifft uns alle. Wir können es gemeinsam schaffen, den Verlust zu begrenzen und neues Wachstum zu entwickeln. Dazu mĂŒssen wir aber die WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe erhalten. Wir verhandeln einen Kollektivvertrag fĂŒr ĂŒber 1.200 Betriebe, die einen großen Teil ihrer UmsĂ€tze im Export erzielen und sich sehr unterschiedlich entwickeln. Fast alle Unternehmen unserer Branche sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert, sie sichern rund 250.000 ArbeitsplĂ€tze. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich einen fairen KV-Abschluss verdient. Wenn dieser aber fĂŒr Betriebe nicht leistbar ist, kostet es am Ende ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand. Das kann nicht im Interesse der BeschĂ€ftigten sein. Staat, Betriebe und BeschĂ€ftigte mĂŒssen die außergewöhnliche Teuerung gemeinsam schultern, die Unternehmen schaffen das nicht allein. Darauf werden wir in den Verhandlungen Wert legen.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der hei-mischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fach-verbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: https://www.metalltechnischeindustrie.at/zahlen-daten/aktuelle-daten-zur-branche/  

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at  www.metalltechnischeindustrie.at 



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