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Metallpreissteigerungen bremsen Industrieerholung

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Mann arbeitet an einer Maschine

PRESSEINFORMATION

Betriebe der Metalltechnischen Industrie unter Mehrfachdruck: steigende Metallpreise, mangelndes Angebot, globale Lieferkettenprobleme

(Wien, 22.4. 2021) Eine aktuelle Kurzumfrage unter den Unternehmen der Metalltechnischen Industrie zeigt, dass die Entwicklungen bei den Metallpreisen die erhoffte rasche Erholung gefĂ€hrden. Die Betriebe erwarten fĂŒr heuer eine Steigerung der Produktion, die den massiven RĂŒckgang im Corona-Jahr 2020 beinahe ausgleichen könnte. Allerdings bremsen die Verwerfungen am Stahlmarkt und bei den NE-Metallen die an sich positive Entwicklung. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Unsere Betriebe stecken derzeit in einer DoppelmĂŒhle: Auf der einen Seite sehen wir eine steigende Nachfrage nach unseren Industrieprodukten, das Wachstum zieht also an. Auf der anderen Seite fehlt es an allen Ecken und Enden an Vormaterialien. Die Preise fĂŒr Industriemetalle sind enorm gestiegen und die Nachfrage ĂŒbersteigt bei weitem das Angebot. Ebenso massiv gestiegen sind die internationalen Frachtkosten, verursacht durch mangelnde KapazitĂ€ten am Containermarkt. Diese Faktoren wirken mehrfach negativ auf die GeschĂ€ftsentwicklung unserer Betriebe.“

Auftragssituation positiv, Metallpreise deutlich zu hoch
Laut der Umfrage des Fachverbands Metalltechnische Industrie unter rund 180 Mitgliedsbetrieben sind Preise und VerfĂŒgbarkeiten von Vormaterialien die zentralen Herausforderungen. 63 % Prozent der befragten Unternehmen sehen das Thema VerfĂŒgbarkeit und Lieferzeiten bei Vormaterialien als drĂ€ngendstes Problem und rund 52 % nennen steigende Vormaterialpreise als große Herausforderung. Die aktuelle Auftragssituation ist hingegen nur fĂŒr rund ein Viertel der Befragten problematisch. Die Unternehmen berichten im Schnitt von Stahlpreissteigerungen von ĂŒber 25 %. Bei einem Stahlanteil von durchschnittlich 22 % am Gesamtumsatz sind diese Preissteigerungen außerordentlich hohe Belastungen. Bei den Nicht-Eisen Metallen, wie etwa Aluminium oder Kupfer, berichten die Unternehmen von durchschnittlichen Preissteigerungen von knapp 20 %. In Summe wird dieser Preissprung 2021 fĂŒr die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie Mehrkosten bei den Vormaterialien von rund 2,8 Milliarden Euro verursachen.

FĂŒr 70 % der Unternehmen ist nicht nur das Preisthema relevant, sondern auch die mangelnde VerfĂŒgbarkeit der Metalle. Dies dĂŒrfte darin begrĂŒndet liegen, dass wĂ€hrend der Krise die KapazitĂ€ten der globalen Metallproduktion reduziert wurden und das Angebot die steigende Nachfrage in der Folge nicht decken konnte. Die hohe Nachfrage nach Industriemetallen in China verschĂ€rft die Situation zusĂ€tzlich. Rund 45 % der befragten Unternehmen glauben, dass sich diese Situation weiter verschĂ€rfen wird, 30 % erwarten eine gleichbleibend schwierige Entwicklung.

Der Stahlpreisindex der Statistik Austria stieg in den Monaten November 2020 bis MĂ€rz 2021 um
30,9 %. Die Steigerungen betreffen fast alle Stahlsorten, vor allem Stahlbleche und Laserzuschnitte fĂŒr den Stahl- und Maschinenbau. Der europĂ€ische Index fĂŒr Stahlschrott – ein wichtiges Vorprodukt fĂŒr die Stahlerzeugung und FrĂŒhindikator fĂŒr die Stahlpreisentwicklung - ist seit November um knapp 50 % gestiegen.

Christian Knill: „Es braucht nun von mehreren Seiten Reaktionen: Erstens mĂŒssen die Stahlhersteller in Europa ihre KapazitĂ€ten rascher erweitern. Zweitens ist die EuropĂ€ische Union aufgefordert, Handelshemmnisse beim Import von Metallen zu verringern – das ist auch ein großes Anliegen von Orgalim, dem europĂ€ischen Dachverband der Technologieindustrien. Und drittens muss die österreichische Bundesregierung die WettbewerbsfĂ€higkeit der heimischen Industrieunternehmen stĂ€rken. Das angekĂŒndigte Come-back-Paket inklusive Steuersenkungen fĂŒr Unternehmen ist dafĂŒr ein wichtiger erster Baustein.“

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 134.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dr. Berndt-Thomas Krafft
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at


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