Dritte KV-Runde ohne Ergebnis

17. Oktober 2018

PRESSEINFORMATION

Intensive Gespräche, aber noch keine Einigung bei den KV-Verhandlungen Metalltechnische Industrie

(Wien, 17. Oktober 2018) Auch die dritte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die Metalltechnische Industrie brachte Dienstagabend keine Einigung. Christian Knill, Ob-mann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir haben unsere Vorschläge für ei-nen KV 4.0 im Detail präsentiert und auch eine erste Einschätzung zu den Forderungen der Gewerkschaften gegeben. Die Gespräche sind sehr intensiv und werden aufgrund der Komplexität der Themen noch fortgesetzt. Leider sind die Gewerkschaften nicht zu weiteren Gesprächen über eine Modernisierung des KV bereit.“

Die nächste Verhandlungsrunde findet am Freitag, den 19. Oktober statt.

Forderungspaket der Gewerkschaften Gift für den Standort

  • Jede über die Inflationsrate hinausgehende Erhöhung der KV-Löhne und Gehälter kann sich nur an gesamtwirtschaftlichen Parametern orientieren, und das ist die gesamtwirtschaftliche Produktivität, die derzeit bei 0,7 % liegt. Verhandelt wird der Kollektivvertrag für die Metalltechnische Industrie, Daten zu anderen Industriebranchen, wie etwa Fahrzeug- oder Stahlindustrie, spielen hier keine Rolle.
  • Die umfangreiche Forderungsliste der Gewerkschaften nach einer Arbeitszeitverkürzung ist Gift für den Standort. In Verbindung mit den gesunkenen Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre würden diese den Betrieben hunderte Millionen kosten und tausende Arbeitsplätze vernichten. Sie sind daher verantwortungslos und nicht umsetzbar.
  • Die Novelle des Arbeitszeitgesetzes hat unmittelbar keinen Einfluss auf den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie, daher kann es auch keinerlei Gegenleistungen geben. Sollte die betriebliche Praxis ein anderes Bild ergeben, ist der Fachverband gerne bereit, dies in den nächsten Jahren zu besprechen und faire Lösungen zu finden.

Arbeitsgruppe KV 4.0 von Gewerkschaften abgelehnt

Mit großem Bedauern und Unverständnis musste das Verhandlungsteam des Fachverbands zur Kenntnis nehmen, dass von den Gewerkschaften sämtliche Vorschläge für einen KV 4.0 abgelehnt wurden. Dazu gehört etwa die Forderung nach einem mehrjährigen Ab-schluss, der Planungssicherheit für Betriebe und Beschäftigte gebracht hätte. Auch der Wunsch nach einem einheitlichen Beschäftigten-Begriff und einer Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten im KV wurde von den Gewerkschaften ohne sachliche Begründung abgelehnt. „Wo ist heute der Unterschied zwischen einer jungen Frau, die eine computergesteuerte Anlage in der Werkshalle überwacht und einem jungen Mann, der

am Computer in einem Büro sitzt und Pläne zeichnet? Warum ist sie Arbeiterin und er An-gestellter? Es gibt keinen vernünftigen Grund für diese Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben“, so Knill. Ebenso abgelehnt wurde der Vorschlag des Fachverbands nach Einrichtung einer Arbeitsgruppe KV 4.0, die außerhalb der KV-Verhandlungen in den nächsten Jahren diese Zukunftsthemen behandelt.

Christian Knill: „Es ist sehr bedauerlich, dass sich die Gewerkschaften nicht Richtung Zu-kunft bewegen wollen. Wie sollen wir uns auf die globalen Herausforderungen vorbereiten, wenn jede Veränderung sofort abgelehnt wird? Vor der Zukunft kann man sich aber nicht verstecken.“

Knill ist dennoch zuversichtlich, dass die nächste Verhandlungsrunde am kommenden Freitag zu ersten konkreten Ergebnissen, vor allem im Rahmenrecht, führen wird. „Wir sehen jedenfalls Licht am Ende des Tunnels. Für einen fairen Abschluss sind wir jederzeit zu haben, er muss aber vernünftig sein, den Standort schützen und die Arbeitsplätze sichern“, so Knill abschließend.

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Rückfragehinweis
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dr. Berndt-Thomas Krafft
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
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