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KV-Verhandlungen: Gewerkschaften agieren unverantwortlich

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Frau arbeitet an einer Maschine

© dieindustrie.at/Mike Lindtner

PRESSEINFORMATION

Einseitiger Abbruch der Verhandlungen zeigt mangelnden Willen zur Kooperation; Inszenierung derzeit im Vordergrund

(Wien, 19.10.2021) Die aktuell stattfindenden BetriebsrĂ€tekonferenzen der Gewerkschaften werden vom Fachverband Metalltechnische Industrie kritisch beurteilt. Fachverbandsobmann Christian Knill: „Die zweite KV-Verhandlungsrunde wurde letzte Woche schon nach sehr kurzer Zeit einseitig von den Gewerkschaften abgebrochen, die BetriebsrĂ€tekonferenzen waren bereits zuvor geplant und organisiert. Dies zeigt, dass die Gewerkschaften im Grunde noch nicht an seriösen Verhandlungen interessiert sind. FĂŒr die kommenden Wochen sind offenbar bereits Betriebsversammlungen in Planung. Wir erwarten daher eine Ă€hnliche Vorgangsweise in der dritten Runde am Donnerstag, also Inszenierung und Aktionismus statt seriöser Verhandlungen. Das ist schade, denn die BeschĂ€ftigten haben sich einen fairen und raschen Abschluss verdient.“

Das Verhandlungsteam der Metalltechnischen Industrie hat zuletzt auf Basis der wirtschaftlichen RealitĂ€ten erste Angebote in Varianten als Verhandlungsgrundlage vorgelegt, darunter eine Erhöhung der Löhne und GehĂ€lter um bis zu 2,2 %, was deutlich ĂŒber der zugrundeliegenden Inflation liegt. Außerdem wurde angeboten, die Zulagen fĂŒr die 2. Schicht zu erhöhen; dies wĂŒrde ĂŒber die kommenden drei Jahre eine Steigerung von rund 60 % bedeuten. Zu den von den Gewerkschaften behaupteten Verschlechterungen bei der Arbeitszeit ist festzuhalten, dass die VorschlĂ€ge der Arbeitgeberseite vor allem auf mehr FlexibilitĂ€t setzen. Das wĂ€re angesichts der weltweiten Lieferkettenprobleme und Auftragsschwankungen gerade jetzt besonders wichtig. Falsch ist in jedem Fall die Darstellung der Gewerkschaften dazu, denn sĂ€mtliche ÜberstundenzuschlĂ€ge blieben unverĂ€ndert aufrecht, ebenso die Anzahl der zulĂ€ssigen Überstunden.

„Wir hatten gerade erst den grĂ¶ĂŸten Umsatzeinbruch seit Jahrzehnten zu bewĂ€ltigen. Die Betriebe sollten nun in Ruhe arbeiten können, denn nur so sichern wir WettbewerbsfĂ€higkeit und ArbeitsplĂ€tze. FĂŒr einen unvernĂŒnftig hohen Abschluss stehen wir allerdings nicht zur VerfĂŒgung, das wĂ€re verantwortungslos“, so Christian Knill abschließend.


KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten in der MTI

  • Die Metalltechnischen Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.447 Euro, der Durchschnittslohn liegt bei 3.125 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 11 % und 28 % ĂŒber KV.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie einen RĂŒckgang in der Produktion von 10,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Die Zahl der BeschĂ€ftigten verringerte sich weniger stark um rund 2 %. In den ersten fĂŒnf Monaten 2021 liegt die Produktion um rund 21 % im Plus, nach einem Minus von 18 % im Vergleichszeitraum 2020 ist das statistisch gesehen ein Ausgleich und in erster Linie durch Nachholeffekte begrĂŒndet. 
  • Laut einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Metalltechnischen Industrie rechnen diese fĂŒr 2021 im Schnitt mit einem Wachstum von rund 9,3 %. Damit wĂ€re noch immer nicht das Niveau von 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Krise, erreicht. Gleichzeitig beurteilen 45 % der Betriebe ihre Margensituation als aktuell schwĂ€cher als im Durchschnitt der Vorkrisenjahre. Der Grund dafĂŒr liegt vor allem im schwierigen internationalen Marktumfeld. Die Rohstoffpreise, etwa fĂŒr Stahl, sind in den letzten Monaten explodiert und viele Vormaterialien am Weltmarkt nur schwer und mit großen Verzögerungen lieferbar.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung.
  • Österreichs Gesamtwirtschaft verzeichnete 2020 einen historischen Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,7 Prozent. FĂŒr 2021 erwarten die Wirtschaftsforscher ein Wachstum von rund 4,4 %, der Einbruch ist somit noch nicht aufgeholt. Die Inflation lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei durchschnittlich 1,9 %.


Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 134.000 Menschen, davon ĂŒber 7.100 Lehrlinge, und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.
 

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Tel: +43 (0)5 90900-3482
Mail: office@fmti.at



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