Trinkwasser Richtlinie

Überarbeitung Trinkwasser RL kommt

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Die EK veröffentlichte am 1. Februar 2018 einen Legislativvorschlag zur Trinkwasser-Richtlinie. Ziel ist die Aufrechterhaltung der Bereitstellung qualitativ hochwertigen Trinkwassers; dazu kommen Vorschläge zum Zugang zu Trinkwasser als Folgemaßnahme der Initiative „Right2Water“ und im Lichte der Agenda 2030, des Sustainable Development Goals 6 sowie die Unterstützung der Mitgliedsstaaten bei einer ressourceneffizienten Wasserbewirtschaftung im Sinne der Kreislaufwirtschaft. 

Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen, entsprechend den Ergebnissen der Evaluierung der RL, vier Elemente: 

  • die Parameterliste,
  • die Anwendung des risikobasierten Ansatzes, 
  • die Transparenz in Wasserfragen und aktuelle Verbraucherinformationen sowie 
  • Materialien, die mit Trinkwasser in Berührung kommen.

Trinkwasser Richtlinie

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Mit 1. Februar 2018 erschien ein Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Neufassung der EU-Richtlinie „über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch“.





Diese beinhaltet unter anderem folgende, relevante Themen:

  • von der WHO zur Streichung aus Anhang I vorgeschlagene Parameter
  • von der WHO zur Aufhebung empfohlenen Parameter
  • von der WHO zur Neuaufnahme empfohlene Parameter, darunter
    Chlorat/Chlorit
    - Perfluorierte Verbindungen
    - Stoffe mit endokriner Wirkung wie β-Östradiol, Nonylphenol, Bisphenol A
    - Chrom und Blei

Laut vorliegendem Dokument werden weder Parameterwerte aus der aktuellen Trinkwasserrichtlinie gestrichen noch welche aufgehoben, allerdings wird der Empfehlung der WHO über neu aufzunehmende Parameter Folge geleistet und die empfohlenen Grenzwerte zum Teil deutlich unterschritten.

Für Chrom und Blei gelten während einer Übergangszeit von 10 Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie die derzeit empfohlenen Werte (10 μg/l für Blei und 50 μg/l für Gesamtchrom), nach Ablauf der Übergangszeit werden diese allerdings – im Sinne des Vorsorgeprinzips – auf 5 μg/l für Blei und 25 μg/l für Gesamtchrom gesenkt, die Kommission behält sich allerdings vor, diese noch weiter zu senken, falls künftige wissenschaftliche Erkenntnisse dies rechtfertigen.

Neu in Artikel 10 der Richtlinie findet sich zudem eine „Risikobewertung von Hausinstallationen“. Die Reduzierung des Grenzwertes für Blei ist somit auch ein de-facto-Verbot von Blei in Installationsmaterialien.

Wir würden Ihr Feedback oder Anregungen zu diesem Thema erbitten und wir informieren Sie weiter, sobald es Neues zu dem Thema zu berichten gibt.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, Ulrike Witz (witz@fmti.at) und Alexander Fuchs-Fuchs (Fuchs-Fuchs@fmti.at).