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Presseinformationen

Wirtschaftliche Talsohle in Branche noch nicht erreicht. Christian Knill: „KV-Klausel zur Wettbewerbssicherung jetzt besonders wichtig“.

Die Metalltechnische Industrie (MTI) befindet sich seit dem dritten Quartal 2023 in der Rezession. Der aktuelle WIFO-Konjunkturtest fĂŒr die Branche bestĂ€tigt, dass sich die schlechte Lage auch 2024 fortsetzen dĂŒrfte. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, sieht die Branche gefordert, ihre WettbewerbsfĂ€higkeit zu verteidigen: „Leider haben sich unsere BefĂŒrchtungen, die wir zum Start der KV-Verhandlungen im Herbst 2023 geĂ€ußert haben, bewahrheitet. Die Rezession setzt sich in der Branche fest und wir befinden uns in einer strukturellen Nachfragekrise. Umso wichtiger war es, dass die Gewerkschaft gemeinsam mit den Arbeitgebern die neue Wettbewerbssicherungsklausel im Kollektivvertrag verankert hat. Sie ermöglicht es Betrieben, die im internationalen Wettbewerb stehen und einen hohen Personalanteil haben, die vereinbarten KV-Erhöhungen auf 7 % bzw. 8,5 % zu reduzieren. Rund jedes zehnte Unternehmen der Branche setzt auf diese Klausel. Auf Betriebsebene wird nun bis Ende Februar fĂŒr rund 32.000 BeschĂ€ftigte der Metalltechnischen Industrie die konkrete Ausgestaltung der Klausel im Detail vereinbart. Das gibt den Unternehmen mehr FlexibilitĂ€t, um besser auf die jeweilige Wettbewerbssituation zu reagieren. FĂŒr die BeschĂ€ftigen bedeutet dies mehr betriebliche Mitsprache, Arbeitsplatzsicherheit und VerstĂ€ndnis fĂŒr die spezifische Lage ihres Betriebes.“

Die aktuelle Lage in der Metalltechnischen Industrie

Die Produktion der letzten drei Monate geht laut WIFO-Konjunkturtest weiter zurĂŒck, das Tempo des RĂŒckganges beschleunigt sich. 43 % der Unternehmen melden, dass die Produktion in den letzten drei Monaten gesunken ist, im Oktober 2023 meldeten dies rund 36 %. In der der Metallwarenindustrie sinkt die Produktion noch stĂ€rker als im Maschinenbau. Auch die Produktionsaussichten sind weiterhin negativ: Mehr als 30 % der Unternehmen erwarten weitere RĂŒckgĂ€nge in den nĂ€chsten drei Monaten, nur 8 % rechnen mit einer Steigerung der Produktion. Bei den AuftragseingĂ€ngen erlebte die MTI seit Mitte 2022 einen stetigen AbwĂ€rtstrend. 49 % der Unternehmen bezeichnen ihre AuftragsbestĂ€nde als „nicht ausreichend“. In der Metalltechnischen Industrie ist daher die Talsohle des Abschwungs noch nicht erreicht.

Auch die internationalen Rahmenbedingungen sind fĂŒr die exportorientierte Branche schwierig: Der wichtigste Exportmarkt Deutschland steckt ebenso in der Rezession, vor allem die deutsche Industrie verliert an Anschluss. Die Inflation lag im vergangenen Jahr in Deutschland um zwei Prozentpunkte unter jener Österreichs. Die dadurch deutlich höheren Lohnsteigerungen in Österreich schwĂ€chen die preisliche WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe zusĂ€tzlich, „das ist ein giftiger Cocktail, den die Branche derzeit schlucken muss“, meint Christian Knill.

Wettbewerbssicherungsklausel vor BewÀhrungsprobe

Um die Wettbewerbsnachteile zumindest teilweise auszugleichen, wurde in den KV-Verhandlungen Ende 2023 erstmalig eine Wettbewerbs- und BeschÀftigungssicherungsklausel im Kollektivvertrag vereinbart. Durch sie können Unternehmen mit einem hohen Personalkostenanteil die vereinbarte KV-Erhöhung um bis zu 3 % reduzieren. Die Klausel gilt abhÀngig von der Personalkostenbelastung und dem Betriebserfolg des jeweiligen Unternehmens. Die zugrundeliegende Formel berechnet die Personalkosten gemessen an der Bruttowertschöpfung (Summe aus Personalkosten, Abschreibung und Gewinn). Je nach Höhe des errechneten Wertes ergibt sich eine Reduktion der IST-Erhöhung (10 %, gedeckelt mit 400 Euro) in zwei Stufen auf entweder 8,5 % (340 Euro Deckel) oder 7 % (280 Euro Deckel). Im Rahmen eines Interessenausgleichs auf betrieblicher Ebene wird in Folge eine einmalige Kompensation der errechneten Reduktion in Form von Einmalzahlungen, Freizeit oder Aus- und Fortbildung vereinbart.

Mit Stand Ende 2023 haben 120 Betriebe der Metalltechnischen Industrie – zum weitaus grĂ¶ĂŸten Teil KMU mit unter 500 BeschĂ€ftigten – erklĂ€rt, die Klausel anwenden zu wollen. Bis Ende Februar 2024 werden nun fĂŒr rund 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MTI die jeweils passenden Lösungen auf betrieblicher Ebene verhandelt.

„Die neue Klausel steht jetzt vor der BewĂ€hrungsprobe. FĂŒr die Betriebe und BeschĂ€ftigten bietet sie eine wichtige Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen zu finden und damit nachhaltig das Unternehmen zu stĂ€rken und ArbeitsplĂ€tze zu sichern“, so Christian Knill abschließend.

Weitere Informationen:

https://www.metalltechnischeindustrie.at/zahlen-daten/konjunkturnews/

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

RĂŒckfragen & Kontakt:
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
GeschĂ€ftsfĂŒhrerin
+43 (0)5 90900-3482
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www.metalltechnischeindustrie.at

 

 

KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie abgeschlossen

Mit der abschließenden KlĂ€rung der ModalitĂ€ten fĂŒr die sogenannte „Wettbewerbs- und BeschĂ€ftigungssicherungsklausel“ sind die KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie (MTI) abgeschlossen. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Unsere Betriebe mĂŒssen sich auf den internationalen MĂ€rkten behaupten und haben durch die hohen LohnabschlĂŒsse der letzten Jahre an WettbewerbsfĂ€higkeit verloren. Mit der neuen Vereinbarung ist es uns erstmals gelungen, diese Entwicklung etwas abzufedern und den besonders personalintensiven Branchen mehr Luft zu verschaffen. Gerade diese sichern viele ArbeitsplĂ€tze in den Regionen und sorgen dafĂŒr, dass die Wertschöpfung in Österreich bleibt.“

Hintergrund fĂŒr die Vereinbarung einer Wettbewerbssicherungsklausel ist der stetige Verlust an WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen in der MTI, die mit einer Exportquote von ĂŒber 80 % auf den internationalen MĂ€rkten bestehen mĂŒssen. Die LohnabschlĂŒsse in Österreich liegen vor allem in den letzten beiden Jahren aufgrund der höheren Inflation deutlich ĂŒber denen anderer EU-LĂ€nder, wie etwa Deutschland, Niederlande oder Frankreich. Durch diese höheren LohnabschlĂŒsse steigen die LohnstĂŒckkosten stĂ€rker als im EU-Vergleich und dies bedeutet fĂŒr die exportorientierte Metalltechnische Industrie preisliche Nachteile. Um diese zumindest teilweise auszugleichen, wurde erstmalig eine Wettbewerbssicherungsklausel im Kollektivvertrag vereinbart. Durch sie können Unternehmen mit einem hohen Personalkostenanteil die vereinbarte KV-Erhöhung um bis zu 3 % reduzieren.

Die Wettbewerbs- und BeschÀftigungssicherungsklausel bedeutet im Detail:

  • Sie gilt abhĂ€ngig von der Personalkostenbelastung und dem Betriebserfolg des jeweiligen Unternehmens.
  • Die zugrundeliegende Formel berechnet die Personalkosten gemessen an der Bruttowertschöpfung (Summe aus Personalkosten, Abschreibung und Gewinn). Je nach Höhe des errechneten Wertes ergibt sich eine Reduktion der IST-Erhöhung (10 %, gedeckelt mit 400 Euro) in zwei Stufen auf entweder 8,5 % (340 Euro Deckel) oder 7 % (280 Euro Deckel).
  • Die Wettbewerbssicherungsklausel kann nur auf Antrag angewendet werden. Interessierte Unternehmen mĂŒssen bis 22. Dezember 2023 anhand bestimmter Daten gegenĂŒber den Sozialpartnern belegen, dass sie die Kriterien fĂŒr die Anwendung der Klausel erfĂŒllen.
  • Im Rahmen eines Interessenausgleichs auf betrieblicher Ebene wird in Folge eine einmalige Kompensation der errechneten Reduktion in Form von Einmalzahlungen, Freizeit oder Aus- und Fortbildung vereinbart.

Die wichtigsten Eckdaten des KV-Abschlusses 2023/2024:

  • Die IST-Löhne und -GehĂ€lter steigen rĂŒckwirkend ab 1.11.2023 um 10 %, maximal jedoch 400,- Euro pro Monat. Das bedeutet fĂŒr die MTI im Schnitt 8,6 %, sozial gestaffelt. Die KV-Entgelte steigen generell um 8,5 %.
  • Zulagen, DiĂ€ten und AufwandsentschĂ€digungen steigen um 8,5 %, VorrĂŒckungsbetrĂ€ge werden eingefroren.
  • FĂŒr personalintensive Betriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen, ist unter bestimmten UmstĂ€nden die Anwendung der Wettbewerbssicherungsklausel möglich.
  • Ab 1.11.2024 steigen die IST-Löhne und GehĂ€lter in Höhe des zugrundgelegten Verbraucherpreisindex (1.10.2023 – 30.9.2024) plus 1 %. Die KV-Entgelte, Zulagen, DiĂ€ten und AufwandentschĂ€digungen steigen in Höhe des VPI. Auch eine Wettbewerbssicherungsklausel kann - nach einer Evaluierung - zur Anwendung kommen.

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.


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Erstmals Zweijahresabschluss: Ab 1.11.2023 durchschnittlich 8,6 % Lohn- und Gehaltserhöhung, sozial gestaffelt. Ab 1.11.2024: Basis Verbraucherpreisindex (VPI) + 1 %

  • Abschluss noch nicht wirksam, vorbehaltlich der konkreten Ausgestaltung der neuen Wettbewerbssicherungs-Klausel.
  • Abschluss 2023: Lohn- und Gehaltserhöhungen um 10 %, max. jedoch 400,- Euro/Monat. Das bedeutet im Durchschnitt aller BeschĂ€ftigungsgruppen in der Metalltechnischen Industrie ein Plus von 8,6 %.
  • Abschluss 2024: Lohn- und Gehaltserhöhung auf Basis des Durchschnitts-Verbraucherpreisindex (VPI) + 1 %.
  • Wettbewerbssicherungs-Klausel fĂŒr Betriebe mit hoher Personalkostenbelastung ermöglicht Reduktion der IST-Erhöhung
  • Lohnpolitik der Bundesregierung schwĂ€cht Wirtschaftsstandort

(Wien, 30. November 2023) Die achte Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) brachte eine vorlĂ€ufige Einigung. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI): „Es ist positiv, dass wir eine grundsĂ€tzliche KV-Einigung erzielen konnten, die fair und innovativ zugleich ist: Mit dem erstmaligen Abschluss ĂŒber zwei Jahre schaffen wir Planungssicherheit fĂŒr die Unternehmen. Mit Lohn- und Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 8,6 % erhalten wir die Kaufkraft der BeschĂ€ftigten, wobei die soziale Staffelung untere Einkommensgruppen besonders stĂ€rkt. Und mit einer betrieblichen Wettbewerbssicherungs-Klausel erhalten Unternehmen mit hohen Belastungen die Möglichkeit, Teile der Lohnerhöhungen flexibel umzuwandeln. Diese vorlĂ€ufige Einigung ist eine klare Anerkennung fĂŒr die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.“

Abschluss 2023: 

  •  Die IST-Löhne und -GehĂ€lter steigen rĂŒckwirkend ab 1.11.2023 um 10 %, maximal jedoch 400,- Euro/Monat. Das bedeutet fĂŒr die MTI im Schnitt 8,6 %, sozial gestaffelt. Die Lohn- und Gehaltsgruppen steigen von 3,3 % (höchste BeschĂ€ftigungsgruppe) bis zu 10 % (unterste BeschĂ€ftigungsgruppe). Die KV-Entgelte steigen generell um 8,5 %.
  • Zulagen, DiĂ€ten und AufwandsentschĂ€digungen steigen um 8,5 %, VorrĂŒckungsbetrĂ€ge werden eingefroren.
  • FĂŒr personalintensive Betriebe, die im internationalen Wettbewerb stehen, gilt eine Wettbewerbssicherungs-Klausel: AbhĂ€ngig von der Personalkostenbelastung des jeweiligen Unternehmens, kann fĂŒr einen Teil der nachhaltigen Erhöhung auf betrieblicher Ebene im Rahmen eines Interessenausgleiches eine Kompensation in Form von Einmalzahlungen, Freizeit oder Aus- und Fortbildungsmaßnahmen vereinbart werden. Details dazu sind in den nĂ€chsten Tagen noch zu vereinbaren.
  • Außerdem wurde beschlossen, in den nĂ€chsten Monaten die Rahmenbedingungen fĂŒr eine Qualifizierungsoffensive der Branche zu entwickeln. 

Abschluss 2024:

  • Ab 1.11.2024 steigen die IST-Löhne und GehĂ€lter in Höhe des zugrundgelegten VPI-Verbraucherpreisindex (1.10.2023 – 30.9.2024) plus 1 %.
    Die KV-Entgelte, Zulagen, DiĂ€ten und AufwandentschĂ€digungen steigen in Höhe des VPI. Auch eine Wettbewerbssicherungs-Klausel wird zur Anwendung kommen.  

Wichtig: Diese Grundsatzeinigung gilt vorbehaltlich der konkreten Ausgestaltung der neuen Wettbewerbssicherungs-Klausel, die Anfang nÀchster Woche erfolgen wird.

Christian Knill: „Die KV-Verhandlungen 2023 haben neue MaßstĂ€be gesetzt: Der Spielraum war durch die Rezession und die außergewöhnlich hohe Inflation sehr eingeschrĂ€nkt. Die Bundesregierung hat noch dazu mit unvernĂŒnftig hohen AbschlĂŒssen – im öffentlichen Dienst und bei den Pensionen - der im internationalen Wettbewerb stehenden Industrie die UnterstĂŒtzung versagt. Die Bundesregierung ist nun aufgerufen, rasch Maßnahmen zur StĂ€rkung des Wirtschaftsstandortes umzusetzen. Wir erwarten uns konkret eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten und eine stĂ€rkere InflationsbekĂ€mpfung, denn nur so ist dieser Abschluss fĂŒr die Branche auf Sicht zu finanzieren.“ 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.


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Maschine

Nur gesunde Betriebe sichern ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand 
Christian Knill: „Unser Angebot steht und wir sind jederzeit verhandlungsbereit“

‱    Ă–sterreichs Industrie in der Rezession
‱    Kontinuierlicher Verlust an WettbewerbsfĂ€higkeit 
‱    Gewerkschaftsforderungen seit acht Wochen unverĂ€ndert zu hoch
‱    Arbeitgeber-Angebot liegt bei 8,2 % und stĂ€rkt Kaufkraft aller BeschĂ€ftigten
‱    Gewerkschaften agieren verantwortungslos und ohne Kompromissbereitschaft
‱    Kollektivvertrag gilt weiter – auch ohne Einigung

(Wien, 22. November 2023) Seit ĂŒber acht Wochen blockiert die Gewerkschaft den Abschluss des Kollektivvertrages in der Metalltechnischen Industrie, ohne ernsthaft zu verhandeln. Die Gewerkschaften haben zu Beginn ein Forderungspaket vorgelegt, das von der Arbeitgeberseite als ĂŒberzogen und unrealistisch beurteilt wurde. Bis zum Schluss hielten die Gewerkschaften stur an ihrer Forderung fest, ohne sich mit den Positionen der Arbeitgeber professionell auseinander zu setzen.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die Blockadepolitik der Gewerkschaften ist unverstĂ€ndlich und inakzeptabel, sie haben sich in den ersten sechs Runden keinen Millimeter bewegt. Wir haben hingegen zehn verschiedene Angebote vorgelegt, welche die sehr schwierige wirtschaftliche Situation der Unternehmen berĂŒcksichtigen. Von Seiten der Gewerkschaften gab es immer nur ein Nein. Dieses Verhalten ist verantwortungslos, unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig und entspricht nicht dem Geist der Sozialpartnerschaft. Am Montag haben die Gewerkschaftsvertreter erstmals ein verĂ€ndertes Angebot vorgelegt und fordern nun 10,6 %. FĂŒr drei von vier BeschĂ€ftigten wĂŒrde die vorgeschlagene Spreizung nach BeschĂ€ftigungsgruppen jedoch eine Erhöhung von mehr als 11,6 % bedeuten. Das ist grotesk, denn es ist einfach nicht finanzierbar.“

Stefan Ehrlich-AdĂĄm, VerhandlungsfĂŒhrer fĂŒr den FMTI: „Wir bieten weiterhin im Schnitt 8,2 % Lohn- und Gehaltserhöhung, fĂŒr die unteren BeschĂ€ftigungsgruppen wĂŒrde das bis zu 12 % mehr Lohn bedeuten. Das ist ein fairer und ausgewogener Vorschlag. Bei der aktuellen Inflation von 5,4 % wĂŒrde dieser Abschluss fĂŒr viele BeschĂ€ftigte eine deutliche StĂ€rkung der Kaufkraft bringen. Die Vorgangsweise der Gewerkschaften ist verantwortungslos, gefĂ€hrdet ArbeitsplĂ€tze und schadet dem Standort.“

Das vom Fachverband vorgelegte KV-Angebot „Arbeit - Sicherheit - Wohlstand“ bedeutet durchschnittlich 8,2 % mehr Lohn und Gehalt, bestehend aus nachhaltigen, sozial gestaffelten Lohn- und Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 6 % (2,7 % plus 130 Euro monatlicher Fixbetrag) sowie einer steuerbefreiten Einmalzahlung von netto 1.200 Euro.

Christian Knill: „Es geht um die WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen, denn nur gesunde Betriebe sichern ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand. Den Gewerkschaften scheint das aber vollkommen egal zu sein.“

Knill und Ehrlich-AdĂĄm verweisen auf die schwierigen und komplexen Rahmenbedingungen der heurigen Lohnrunde:

Eine starke und wichtige Branche
Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.

Christian Knill: „Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend unterschiedlich ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, das mĂŒssen wir in den KV-Verhandlungen berĂŒcksichtigen. Wir können nicht die erfolgreichsten Unternehmen als Maßstab nehmen, sondern mĂŒssen alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen mitnehmen.“

Rezession in der Industrie

Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer einen Verlust. Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ.

Christian Knill: „Die Industrie und die gesamte Wirtschaft befinden sich in einer Rezession und die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, dass wir alle einen gewissen Wohlstandsverlust hinnehmen mĂŒssen. Es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können. Die Gewerkschaften agieren an der RealitĂ€t vorbei und verschließen die Augen vor den Problemen in den Betrieben.“

Inflation

Die Teuerung in Österreich sinkt seit einigen Monaten kontinuierlich (aktuell 5,4 %), liegt aber im Jahresvergleich weiterhin rund 2 % ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.

„Wir hatten bereits im vergangenen Jahr eine höhere Inflation als der Euroraum und damit einen höheren Abschluss. Wenn wir heuer wieder höhere Lohnkosten als unsere Mitbewerber haben, fliegen wir aus dem internationalen GeschĂ€ft raus mit der Konsequenz, dass viele Betriebe ArbeitsplĂ€tze abbauen oder die Produktion verlagern mĂŒssen. Das kann doch nicht im Sinne der Gewerkschaften sein“, so Christian Knill.

Die Branche zahlt sehr gut: regelmĂ€ĂŸige Reallohngewinne

Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro (71.400/Jahr), der Durchschnittslohn 3.670 Euro (51.400/Jahr) und der Mindestlohn liegt bei 2.230 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber dem KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen. 

Stefan Ehrlich-AdĂĄm: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit Jahren Reallohngewinner und verdienen gut. Wir sind auch heuer bereit, die Löhne und GehĂ€lter deutlich zu erhöhen. Angesichts der weiter sinkenden Inflation werden die Reallöhne 2024 wieder steigen. Die Forderung von 10,6 % und mehr ist fĂŒr viele Unternehmen aber untragbar. Dass die Gewerkschaften sogar fĂŒr Höchstverdiener, die mehr als 160.000 Euro im Jahr verdienen, nochmals an die 12.000 Euro mehr verlangen, ist maßlos und zeigt den RealitĂ€tsverlust der GewerkschaftsfunktionĂ€re.“ 

Gewinne

Zu den behaupteten großen GewinnausschĂŒttungen in der Branche meint Ehrlich-AdĂĄm: „Tatsache ist, dass in der Metalltechnischen Industrie die Margen fallen. Von sogenannten Übergewinnen kann bei uns keine Rede sein. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne zurĂŒckgegangen. NatĂŒrlich gibt es Unternehmen, denen es noch gut geht, aber auch dort gehen die Margen klar zurĂŒck. Jedes dritte Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis.“

Streiks

Was die Streiks betrifft, vertritt der FMTI eine klare Position. „Wir treten den Streiks mit allen uns zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln entgegen. Jede Form von unzulĂ€ssiger Behinderung oder Blockade wird zur Anzeige gebracht. Klar ist auch, dass die Streikenden fĂŒr die Zeit der Arbeitsniederlegung keinen Lohn erhalten, dafĂŒr sind die Gewerkschaften zustĂ€ndig. In jedem Fall bedeutet dies fĂŒr die Streikenden Lohneinbußen. Das mĂŒssen die Gewerkschaften auch aktiv kommunizieren, damit die BeschĂ€ftigten keine böse Überraschung erleben, wenn am Ende des Monats die Lohnabrechnung kommt“, betont Ehrlich-AdĂĄm.

KV gilt weiter – betriebliche Lösungen möglich

Der FMTI betont, dass der Kollektivvertrag unbefristet gilt. Es gibt also keine zeitlichen EinschrĂ€nkungen, auch die laufenden Löhne und GehĂ€lter sind von den Verhandlungen unbeeinflusst. Denkbar ist aber, dass der FMTI im Falle von fortlaufenden Blockaden durch die Gewerkschaften den Unternehmen empfiehlt, zur UnterstĂŒtzung der BeschĂ€ftigten auf betriebliche Lösungen zu setzen.
Christian Knill: „Wir lassen uns von weiteren Streiks und Machtdemonstrationen nicht beeindrucken. Eine Lösung werden wir nur am Verhandlungstisch finden, nicht auf der Straße und nicht in den Betrieben. Die Rahmenbedingungen sind sehr schwierig und die Rezession lĂ€sst uns wenig Spielraum. Unser Angebot steht und wir sind weiterhin jederzeit verhandlungsbereit, auch vor dem 30. November.“

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/


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Maschine

Christian Knill: „Das Verhalten der Gewerkschaften ist absurd, das versteht niemand mehr.“

(Wien, 20. November 2023)

Die siebente Verhandlungsrunde fĂŒr die Metalltechnische Industrie wurde heute Abend wieder einseitig von den Gewerkschaften abgebrochen. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Das Verhalten der Gewerkschaften ist absurd, das versteht niemand mehr. Wir wĂ€ren zu Erhöhungen bereit gewesen, wenn wir im Rahmenrecht eine Verbesserung erzielt hĂ€tten. Die Gewerkschaften fordern nun fĂŒr drei von vier BeschĂ€ftigten sogar eine Erhöhung ĂŒber 11,6 %. Das ist grotesk. Wir bieten weiterhin im Schnitt 8,2 % Lohn- und Gehaltserhöhung. Das ist ein sehr fairer und ausgewogener Vorschlag. Bei der aktuellen Inflation von 5,4 % wĂŒrde dieser Abschluss fĂŒr viele BeschĂ€ftigte eine deutliche StĂ€rkung der Kaufkraft bringen. Mit ihrer kompromisslosen Vorgangsweise haben sich die Gewerkschaftsvertreter in eine Sackgasse manövriert und sind dort steckengeblieben. Wir lassen uns von weiteren Streiks und Machtdemonstrationen nicht beeindrucken. Unser Angebot steht, wir sind weiterhin verhandlungsbereit und haben weitere Termine vorgeschlagen.“

Christian Knill: „Die Forderung, auch Höchstverdiener in unserer Branche um mehr als 12.000 Euro pro Jahr anzuheben, ist unverstĂ€ndlich und nicht fair. Den Gewerkschaften fehlt jeder Bezug zur RealitĂ€t. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen einen fairen Abschluss, aber wir sind in einer Rezession und es geht um ArbeitsplĂ€tze und den Standort. Die Streiks werden wir in keinem Fall bezahlen, das mĂŒssen die Gewerkschaften selbst ĂŒbernehmen und den Streikenden auch aktiv kommunizieren.“


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Frau beim Begutachten einer Vorrichtung

Gewerkschaften blockieren KV-Abschluss; FMTI-Angebot lag bei einem durchschnittlichen Plus von 8,2 %, bestehend aus rund 6 % nachhaltiger Lohnerhöhung und netto 1.200 Euro Einmalzahlung 

(Wien, 13. November 2023)

Die sechste Verhandlungsrunde fĂŒr die Metalltechnische Industrie wurde heute nach fast zwölfstĂŒndigen GesprĂ€chen neuerlich und einseitig von den Gewerkschaften abgebrochen, nun stehen Streiks auf ihrem Programm. Die Metalltechnische Industrie betrachtet diese Vorgangsweise als verantwortungslos und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig. Das letzte Angebot des FMTI betrug durchschnittlich 8,2 % mehr Lohn und Gehalt, bestehend aus nachhaltigen, sozial gestaffelten Lohn- und Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 6 % (*) sowie einer steuerbefreiten Einmalzahlung von netto 1.200 Euro. Bei der untersten BeschĂ€ftigungsgruppe wĂŒrde das Lohnplus sogar bis zu 12 % betragen.
 
Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die Blockadepolitik der Gewerkschaft ist unverstĂ€ndlich und inakzeptabel, sie beharren weiterhin auf ihrer Forderung und bewegen sich keinen Millimeter. Wir haben in den letzten Wochen acht verschiedene Angebote vorgelegt, die die sehr schwierige wirtschaftliche Situation berĂŒcksichtigen. Auch unser heutiges Angebot, das in Summe ĂŒber 8 % mehr Lohn fĂŒr die BeschĂ€ftigten gebracht hĂ€tte, wurde schlussendlich vom Tisch gewischt. FĂŒr dieses Verhalten hat niemand mehr VerstĂ€ndnis. Dem nun folgenden Streik werden wir mit allen uns zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln entgegentreten. Jede Form von unzulĂ€ssiger Behinderung oder Blockade wird zur Anzeige gebracht. Klar ist auch, dass die Streikenden fĂŒr die Zeit der Arbeitsniederlegung keinen Lohn erhalten, dafĂŒr sind jetzt die Gewerkschaften zustĂ€ndig. In jedem Fall bedeutet dies fĂŒr die Streikenden Lohneinbußen. Am Ende des Tages bringt dieses kompromisslose Verhalten das Risiko, dass ArbeitsplĂ€tze in unserer Branche verloren gehen. Es ist sehr schade fĂŒr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass die Gewerkschaften auf deren RĂŒcken Politik machen, anstatt gemeinsam fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit unserer Branche und damit Wohlstand und Sicherzeit einzutreten. Jetzt streiken, das versteht niemand mehr.“ 

*(2,7 % plus 130 Euro monatlicher Fixbetrag als nachhaltige Lohn- bzw. Gehaltserhöhung)

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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Zwischenstand wird in Gremien beraten, Verhandlungen werden am kommenden Montag fortgesetzt

(Wien, 09. November 2023)

Die fĂŒnfte Verhandlungsrunde fĂŒr die Metalltechnische Industrie wurde am Donnerstagabend vorĂŒbergehend unterbrochen und auf Montag vertagt. Bis dahin gab es nach intensiven und konstruktiven GesprĂ€chen erste AnnĂ€herungen, eine Einigung ist aber noch nicht in Sicht. Der aktuelle Verhandlungsstand wird nun in den jeweiligen Gremien diskutiert. Die Verhandlungsrunde wird am Montag, 13.11., fortgesetzt.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir sind heute erste Schritte vorangekommen. Da unsere Positionen aber noch auseinander liegen, haben wir die Verhandlungen auf Montag vertagt. Wir sind immer noch bemĂŒht, einen fairen Abschluss fĂŒr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. FĂŒr uns geht es aber auch um die Auswirkungen des KV-Abschlusses auf die WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen.“

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

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Österreichs Wirtschaft in der Rezession, Arbeitslosigkeit steigt, Betriebe unter Druck

(Wien, 06. November 2023)

Nach dem einseitigen Abbruch der vierten KV-Verhandlungsrunde durch die Gewerkschaften setzen diese nun auf Warnstreiks als Mittel der VerhandlungsfĂŒhrung. Der Fachverband Metalltechnische Industrie bewertet diese Vorgangsweise als verantwortungslos und standortschĂ€digend.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Warnstreiks wĂ€hrend einer Rezession, in der die Unternehmen um AuftrĂ€ge kĂ€mpfen und viele von ihnen bereits ArbeitsplĂ€tze abbauen mĂŒssen, sind unverantwortlich. Sie sind auch sinnlos, denn die Rezession lĂ€sst sich nicht wegstreiken. Im Gegenteil: Streiks belasten die Betriebe zusĂ€tzlich und auch die Streikenden verlieren Geld. Streiks und Betriebsversammlungen gelten nicht als Arbeitszeit und werden daher nicht vergĂŒtet, was dazu fĂŒhrt, dass die Streikenden Einkommen verlieren. Streiks sind fĂŒr beide Seiten eine No-Win-Situation und dienen den Gewerkschaften lediglich zur Mitgliedermobilisierung. Eine Lösung kann nur am Verhandlungstisch gefunden werden und dazu mĂŒssen sich beide Seiten bewegen. Wir sind auf die Gewerkschaften zugegangen, sie aber gehen lieber auf die Straße und machen Stimmung. Das ist gerade in diesen aufgeheizten Zeiten nicht zielfĂŒhrend.“

Der Fachverband weist darauf hin, dass das vorliegende Angebot in zwei Varianten jeweils rund 5 % nachhaltige Lohnerhöhung beinhaltet und sich mit den zusĂ€tzlichen Einmalzahlungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten eine Lohnerhöhung zwischen 8 % und 10 % ergibt. Dies liegt deutlich ĂŒber der aktuellen Inflationsrate.

Betriebsversammlungen und Streiks gelten nicht als Arbeitszeit und es besteht daher kein Anspruch auf Entgelt. Mögliche Ersatzleistungen der Gewerkschaften bedeuten reale Lohneinbußen von bis zu 40 %.

„Die Lage ist in vielen Betrieben sehr schwierig. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir die hohe Inflation des letzten Jahres nicht alleine schultern können, sondern dass kreative Lösungen gefragt sind. Wir hoffen sehr, dass die Gewerkschaften beim nĂ€chsten Verhandlungstermin am Donnerstag wieder auf den Boden der RealitĂ€t zurĂŒckkehren“, so Knill abschließend.

Hintergrund, Daten und Fakten

Branche:
Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.

Reale Löhne und GehÀlter
Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro (71.400/Jahr), der Durchschnittslohn 3.670 Euro (51.400/Jahr) und der Mindestlohn liegt bei 2.230,00 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen.

Inflation:
Die Teuerung in Österreich sinkt seit einigen Monaten kontinuierlich (aktuell 5,4 %), liegt aber weiterhin rund 2 % ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.

Gewinne:
Tatsache ist, dass in der Metalltechnischen Industrie die Margen fallen. Von sogenannten „Übergewinnen“ kann in der Branche keine Rede sein. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne zurĂŒckgegangen. Jedes dritte Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis.

Familienbetriebe, lokal verankert:
Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.

Rezession in der Industrie:
Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Die Gesamtwirtschaft befindet sich ebenso in der Rezession, die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können.

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

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Aktuelles Arbeitgeber-Angebot liegt bei 10 % plus 1.500 Euro Einmalzahlung ĂŒber einen Zeitraum von 24 Monaten
Metalltechnische Industrie bedauert Abbruch 

(Wien, 02. November 2023)

Auch die vierte Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) brachte heute nach intensiven Verhandlungen keine Einigung. Das vom Fachverband aktualisierte und deutlich verbesserte KV-Angebot „Arbeit - Sicherheit - Wohlstand“ wurde in zwei Varianten angeboten:

  • Variante 1 ist ein Zweijahresabschluss mit einer 10%igen Lohnerhöhung sowie einer Einmalzahlung von 1.500 Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre. ZusĂ€tzlich wurde ein Vorruhestandsmodell angeboten.
  • Variante 2 fĂŒhrt zu einer durchschnittlichen Lohn- und Gehaltserhöhung von 8,42 %. Diese besteht aus einer Erhöhung der Entgelte um 2,5 % zuzĂŒglich einem monatlichen Fixbetrag von 100 Euro. Dazu kommt eine steuer- und abgabenfreie Einmalzahlung von 1.050 Euro. Die untersten BeschĂ€ftigungsgruppen bekommen mit diesem Modell sogar bis zu 10 % mehr Lohn. 

Beide Varianten wurden von den Gewerkschaften abgelehnt.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir haben heute unser Angebot deutlich erhöht und besonderen Wert auf die StĂ€rkung der Kaufkraft unserer BeschĂ€ftigten gelegt. Die Gewerkschaften haben unser Angebot trotzdem abgelehnt und beharren auf ihrer Forderung nach einer nachhaltigen Lohnerhöhung um 9,6 %. Mitten in der aktuellen Rezession ist das besonders unverstĂ€ndlich und fĂŒr den Industriestandort Österreich verantwortungslos und destruktiv.“

Die Ausgangslage hat sich in den letzten Wochen entscheidend verĂ€ndert. Die Inflation sinkt kontinuierlich und wird fĂŒr 2024 mit 4 % prognostiziert. Gleichzeitig ist die Rezession in den Betrieben massiv zu spĂŒren, viele Unternehmen mĂŒssen ArbeitsplĂ€tze abbauen, was sich auch in den aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigt.

„Wir waren heute abschlussbereit. Die Gewerkschaften sind offenbar nur an einer Eskalation interessiert und agieren politisch. Wir sind aber der falsche Ansprechpartner zur Lösung der Inflationskrise. Die angekĂŒndigten Warnstreiks sind verantwortungslos, denn man kann die Rezession nicht wegstreiken. Wir stehen jederzeit fĂŒr weitere GesprĂ€che zur VerfĂŒgung und werden im Sinne der Unternehmen und der BeschĂ€ftigten auf einen vernĂŒnftigen und fairen Abschluss hinarbeiten“, so Knill abschließend.

Der nĂ€chste Verhandlungstermin ist der 9. November. 


Hintergrund, Daten und Fakten 

Branche:

Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. 

Reale Löhne und GehÀlter
Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro (71.400/Jahr), der Durchschnittslohn 3.670 Euro (51.400/Jahr) und der Mindestlohn liegt bei 2.230,00 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen. 

Inflation:
Die Teuerung in Österreich sinkt seit einigen Monaten kontinuierlich (aktuell 5,4 %), liegt aber weiterhin rund 2 % ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit. 

Gewinne:
Tatsache ist, dass in der Metalltechnischen Industrie die Margen fallen. Von sogenannten „Übergewinnen“ kann in der Branche keine Rede sein. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne zurĂŒckgegangen. Jedes dritte Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis. 

Familienbetriebe, lokal verankert:
Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.

Rezession in der Industrie:
Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Die Gesamtwirtschaft befindet sich ebenso in der Rezession, die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können.  
 

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

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Frau beim Begutachten einer Vorrichtung

Dritte Verhandlungsrunde von Gewerkschaften einseitig abgebrochen 

(Wien, 20. Oktober 2023)

Die dritte Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie wurde von den Gewerkschaften einseitig abgebrochen. Die Arbeitgeberseite hat ihr Angebot erneut bestĂ€tigt und betont, dass durch das vorgeschlagene Angebot die BeschĂ€ftigten der Branche durchschnittlich 7 % bis 9 % (niedrigere Löhne) netto mehr erhalten wĂŒrden. Das bringt eine deutliche KaufkraftstĂ€rkung. Gleichzeitig weist der Fachverband darauf hin, dass die Inflation aktuell auf 6 % gesunken ist und weiter sinken wird. Die Branche befindet sich in einer Rezession mit AuftragseinbrĂŒchen bis zu 30 % bei einzelnen Betrieben. Die WettbewerbsfĂ€higkeit der exportorientierten Branche leidet derzeit massiv.
 
Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Die RealitĂ€t ist: Wir können uns einen zu hohen Abschluss nicht leisten. Mich erreichen tĂ€glich Anrufe von Betrieben, die uns auffordern, vorsichtig zu agieren. In etlichen Unternehmen werden bereits Berechnungen angestellt, wie viele ArbeitsplĂ€tze aufgrund der Gewerkschaftsforderungen gefĂ€hrdet sind. Wir haben ein gemeinsames Interesse: gesunde Betriebe, sichere ArbeitsplĂ€tze und gute Bezahlung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen sehr gut, das Durchschnittsgehalt liegt bei jĂ€hrlich ĂŒber 70.000 Euro, der Durchschnittslohn bei ĂŒber 50.000 Euro. Und wir werden natĂŒrlich etwas drauflegen. Aber der Abschluss muss das aktuelle Umfeld berĂŒcksichtigen.“

Hinsichtlich der öffentlichen Auseinandersetzung fordert der Fachverband die Gewerkschaften zu einer MĂ€ĂŸigung in der TonalitĂ€t auf. „Eine aggressive Sprache den Arbeitgebern gegenĂŒber wird in den sozialen Medien verstĂ€rkt und fĂŒhrt allgemein zu einer Polarisierung, die die tatsĂ€chliche Situation in den Betrieben nicht widerspiegelt. Im Gegenteil: in den Betrieben arbeiten alle an einem Strang. Das sollte auch im Mittelpunkt sozialpartnerschaftlicher Verhandlungen stehen“, so Knill abschließend.

Die nÀchste Verhandlungsrunde findet am 2. November statt.

Hintergrund, Daten und Fakten 

KV-Angebot 
Das vom Fachverband vorgelegte KV-Angebot „Arbeit - Sicherheit - Wohlstand“ ist eine integrierte Lösung, bestehend aus zwei Komponenten: einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5 % und einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung von 75,- Euro/Monat (1.050 Euro pro Jahr). Das Angebot bedeutet einen Netto-Kaufkraftzuwachs von durchschnittlich 7 % fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Branche. Die unterste BeschĂ€ftigungsgruppe wĂŒrde sogar bis zu 9 % mehr Netto erhalten, das bedeutet mindestens 2.100 Euro mehr netto/Jahr. ZusĂ€tzlich wurde die Möglichkeit angeboten, Lohnerhöhungen auch in Form von Freizeit zu konsumieren. 

Reale Löhne und GehÀlter
Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro (71.400/Jahr), der Durchschnittslohn 3.670 Euro (51.400/Jahr) und der Mindestlohn liegt bei 2.230,00 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen. 

Gewinne:
Tatsache ist, dass in der Metalltechnischen Industrie die Margen fallen. Von sogenannten „Übergewinnen“ kann in der Branche keine Rede sein. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne zurĂŒckgegangen. Jedes dritte Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis. 

Familienbetriebe, lokal verankert:
Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.

Rezession in der Industrie:
Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Die Gesamtwirtschaft befindet sich ebenso in der Rezession, die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können.

Inflation:
Die Teuerung in Österreich (aktuell 6,1 %) liegt weiterhin deutlich ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

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20.10.2023 Presseaussendung des FMTI 

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Rezession in der Industrie und globale Krisen erfordern Vernunft und kreative Lösungen 

(Wien, 12. Oktober 2023)

AnlĂ€sslich der Gewerkschaftsaktionen zu den KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, fest: „Unsere Branche steckt in der Rezession, viele Betriebe kĂ€mpfen um AuftrĂ€ge und ArbeitsplĂ€tze, die globalen Krisen und Kriege bringen Unsicherheit und drĂŒcken auf die Stimmung: Diese RealitĂ€ten mĂŒssen wir in den Verhandlungen berĂŒcksichtigen. Mit den alten Rezepten der Vergangenheit werden wir diese Herausforderungen nicht lösen. Unser Angebot, die Kaufkraft zu stĂ€rken und gleichzeitig die ÜberlebensfĂ€higkeit der Betriebe zu sichern, setzt auf Vernunft und ist der Versuch einer kreativen Lösung in diesen schwierigen Zeiten. Daran werden wir ab dem 20. Oktober weiterarbeiten.“

Das zuletzt vom Fachverband vorgelegte KV-Angebot „Arbeit - Sicherheit - Wohlstand“ ist eine integrierte Lösung, bestehend aus zwei Komponenten: einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,5 % und einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung von 75,- Euro/Monat (1.050,00 Euro pro Jahr). Das Angebot bedeutet einen Netto-Kaufkraftzuwachs von durchschnittlich 7 % fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Branche. Untere BeschĂ€ftigungsgruppen wĂŒrden sogar bis zu 9 % mehr Netto erhalten. ZusĂ€tzlich wurde die Möglichkeit angeboten, Lohnerhöhungen auch in Form von Freizeit zu konsumieren.

Fakten statt Mythen

Aus Sicht des Fachverbandes argumentieren die Gewerkschaften mit unrichtigen Daten zur Branche und vermitteln damit ein verzerrtes Bild der RealitÀt in der Metalltechnischen Industrie (MTI).

Reallohnverlust: Tatsache ist, dass die BeschĂ€ftigten in der Metalltechnischen Industrie in den letzten Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielt haben. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die Reallöhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen. Im Jahr 2022 war die Inflation aufgrund des starken Preisanstiegs höher als im KV-Abschluss zuvor abgebildet. Laut Nationalbank wurden jedoch rund 80 % der Preissteigerungen durch staatliche Maßnahmen kompensiert.

ProduktivitĂ€t: TatsĂ€chlich ist die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t seit 2018 im Durchschnitt nur um rund 0,5 % pro Jahr gestiegen. Die zeigt, wie marginal der ProduktivitĂ€tsfortschritt in den letzten Jahren war. In der Industrie ist die ProduktivitĂ€t aktuell sogar negativ. Es gibt also weniger zu verteilen, sonst wird die WettbewerbsfĂ€higkeit und damit der Wohlstand Österreichs aufs Spiel gesetzt. 
Gewinne: Tatsache ist, dass in der Metalltechnischen Industrie die Margen fallen. Von sogenannten „Übergewinnen“ kann in der Branche keine Rede sein. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne zurĂŒckgegangen. Und jedes dritte Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein negatives Betriebsergebnis.

Inflation: Tatsache ist, dass die derzeit außergewöhnlich hohe Inflation in der Tat eine große Herausforderung darstellt. Die Energiepreise sind vor allem kriegsbedingt enorm gestiegen, die hohe Inflation der letzten zwölf Monate ist also zu einem großen Teil importiert. Sie belastet Unternehmen und Arbeitnehmer:innen gleichermaßen. Die Betriebe bezahlen die teure Energie und die gestiegenen Rohstoffpreise und mĂŒssten diese Steigerungen nun ĂŒber Lohnerhöhungen doppelt ausgleichen. Das geht sich auf Sicht nicht aus. 
Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

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12.10.2023 Presseaussendung des FMTI

KV-Angebot „Arbeit – Sicherheit - Wohlstand“ bringt durchschnittlich rund 7 % realen Kaufkraftzuwachs

(Wien, 9. Oktober 2023) Die zweite Runde der Kollektivvertragsverhandlungen fĂŒr die Metalltechnische Industrie endete heute vorzeitig mit dem einseitigen Abbruch der GesprĂ€che durch die Gewerkschaften. Das vom Fachverband vorgelegte KV-Angebot „Arbeit - Sicherheit - Wohlstand“ ist eine integrierte Lösung, bestehend aus einer nachhaltigen, am durchschnittlichen Wachstum der Industrie orientierten Lohn- und Gehaltserhöhung (2,5 %) und einer steuer- und abgabenfreien Einmalzahlung von 1.050,00 Euro. Das Angebot bedeutet damit unter BerĂŒcksichtigung steuerlicher Erleichterungen (kalte Progression) einen Netto-Kaufkraftzuwachs von durchschnittlich 7 % fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Branche. Untere BeschĂ€ftigungsgruppen wĂŒrden sogar bis zu 9 % mehr Netto erhalten. ZusĂ€tzlich wurde die Möglichkeit angeboten, Lohn- und Gehaltserhöhungen auch in Form von Freizeit zu konsumieren.

Angebot legt Fokus auf StÀrkung der Kaufkraft

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Unsere Branche befindet sich in einer Rezession, die laut Prognosen bis 2024 anhalten wird. Gleichzeitig verstehen wir die Sorgen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. DafĂŒr haben wir Lösungen entwickelt und leisten unseren Beitrag zur Sicherung ihrer Kaufkraft, aber nur im Rahmen der Möglichkeiten. Unser integriertes Angebot aus nachhaltiger Lohnerhöhung, Einmalzahlung und Freizeitoption ermöglicht den Spagat zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Es bringt deutlich mehr Netto vom Brutto. Die RealitĂ€t in den Betrieben ist derzeit geprĂ€gt vom Kampf um AuftrĂ€ge und ArbeitsplĂ€tze. Es ist an der Zeit, diese RealitĂ€ten anzuerkennen.“

Das KV-Angebot „Arbeit-Sicherheit-Wohlstand“ basiert auf dem durchschnittlichen Wachstum der Industrie der letzten Jahre (nominelle Bruttowertschöpfung). Das ist jene Kennzahl, die das tatsĂ€chliche Wachstum der österreichischen Industrie misst und damit auch definiert, was die Betriebe erwirtschaftet haben. Durch die Steuerbefreiung von Einmalzahlungen in diesem Jahr kann ein großer Teil des Kaufkraftverlustes kompensiert werden. Damit ist die Jahresinflation mehr als ausgeglichen.

Christian Knill abschließend: „Die Gewerkschaften zeigen sich im Moment leider unflexibel. Die jetzt geplanten gewerkschaftlichen Maßnahmen sind zu akzeptieren, sie Ă€ndern aber nichts an der wirtschaftlichen RealitĂ€t. Wir sind jederzeit bereit, die GesprĂ€che fortzusetzen.“
 

Hintergrund: Daten & Fakten, KV-Grundlagen:

  • Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.
     
  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnitts-gehalt betrĂ€gt 5.100 Euro, der Durchschnittslohn 3.670 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.230,00 Eu-ro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen.
     
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
     
  • Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Die Gesamtwirtschaft befindet sich ebenso in der Rezession, die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können.
     
  • Die Teuerung in Österreich (aktuell 6,1 %) liegt weiterhin deutlich ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euro-raum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.
     
  • Laut einer Berechnung der Oesterreichischen Nationalbank wurden durch die Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung zwischen 80 (2023) und 90 % (2022) der aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation entstandenen Reallohnverluste abgegolten.  

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at

09.10.2023 Presseaussendung des FMTI

Christian Knill: wirtschaftspolitische Vernunft gefordert

(Wien, 8. Oktober 2023) AnlĂ€sslich der bevorstehenden zweiten Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertag der Metalltechnischen Industrie am Montag, dem 9.10., hĂ€lt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, fest: 

„Die aktuellen Wirtschaftsprognosen von WIFO und IHS sind ein Alarmsignal und eine BestĂ€tigung fĂŒr die geforderte ZurĂŒckhaltung bei den KV-Verhandlungen. Die Industrieproduktion ist im Sinkflug, die Gesamtwirtschaft befindet sich mittlerweile in einer Rezession und die Inflation ist deutlich gesunken, sie liegt derzeit bei 6,1 % und wird im kommenden Jahr auf 4 % sinken. Die ProduktivitĂ€t in der Industrie liegt bei minus 2,7 %, das ist der schlechteste Wert seit Jahren und bedeutet ĂŒbersetzt: Es gibt nichts mehr zu verteilen.“

Die Metalltechnische Industrie hat bereits mehrfach betont, dass es nicht ihre Aufgabe ist, die Kaufkraft aller Menschen in Österreich zu stĂ€rken. DafĂŒr ist primĂ€r die Politik zustĂ€ndig. Der Fokus der Industrie muss in erster Linie auf der Sicherung der WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe liegen, denn nur gesunde Unternehmen ermöglichen Arbeit und Wohlstand im Land. 

„Von sogenannten „Übergewinnen“ kann in unserer Branche keine Rede sein“, meint Knill. Einzelne Wirtschaftssektoren wie Energie, Bau, Kreditwirtschaft oder Teile der Dienstleistung haben zuletzt tatsĂ€chlich ĂŒberdurchschnittliche Gewinne erzielt. In der Metalltechnischen Industrie hingegen sind die Gewinne gesunken, jedes dritte Unternehmen rechnet heuer mit einem negativen Ergebnis.

„Die Gewerkschaften fordern, dass wir mit dem Lohnabschluss die Inlandsnachfrage stĂŒtzen sollen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, allerdings können wir nur das verteilen, was wir zuvor erwirtschaftet haben und vor allem in Zukunft erwirtschaften können. Wir verdienen acht von zehn Euro im Export, darauf mĂŒssen wir unseren Fokus richten. In Österreich zu produzieren ist fĂŒr viele Betriebe schon zu teuer, sie verlieren dadurch laufend AuftrĂ€ge. Eine weitere Anhebung der Löhne und GehĂ€lter ĂŒber das Niveau unserer Mitbewerber in Europa wĂŒrde uns weiter schwĂ€chen und ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrden. Vor diesem Hintergrund mĂŒssen wir noch einmal klar sagen, dass ein KV-Abschluss auf Basis der Inflation der Vergangenheit nicht möglich ist. Hier sind noch mehr kreative Lösungs-ansĂ€tze und vor allem wirtschaftspolitische Vernunft gefragt“, so Knill abschließend.

Hintergrund: Daten & Fakten, KV-Grundlagen:

  • Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.
     
  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnitts-gehalt betrĂ€gt 5.100 Euro, der Durchschnittslohn 3.670 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.230,00 Eu-ro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen. Seit dem Jahr 2009, dem Jahr der internationalen Finanzkrise, sind die realen Löhne (also Löhne und GehĂ€lter nach BerĂŒcksichtigung der Inflation) in der Metalltechnischen Industrie um 12 % gestiegen.
     
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
     
  • Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Die Gesamtwirtschaft befindet sich ebenso in der Rezession, die ProduktivitĂ€t ist negativ. Das bedeutet, es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können.
     
  • Die Teuerung in Österreich (aktuell 6,1 %) liegt weiterhin deutlich ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euro-raum. Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die im Vergleich deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.
     
  • Laut einer Berechnung der Oesterreichischen Nationalbank wurden durch die Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung zwischen 80 (2023) und 90 % (2022) der aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation entstandenen Reallohnverluste abgegolten.  

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at

08.10.2023 Presseaussendung des FMTI

Konstruktiver Austausch ĂŒber Wirtschaftslage, Positionen aber noch weit auseinander

  • Forderungen nach 11,6 % Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie weitere kosten-intensive WĂŒnsche sind fĂŒr die Branche nicht umsetzbar und gefĂ€hrden die WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen
  • Rezession in der Metalltechnischen Industrie - ProduktionsrĂŒckgang, Auftrags-einbruch, jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Betriebsergebnis 
  • Gefordert sind ernsthafte, seriöse und vor allem realistische Verhandlungen 

(Wien, 2. Oktober 2023) Die erste Verhandlungsrunde fĂŒr den Kollektivvertrag der Metalltechnischen Industrie (MTI) verlief sachlich konstruktiv, hat aber noch kein konkretes Ergebnis ge-bracht. Die Verhandlungsteams konzentrierten sich in diesem ersten GesprĂ€ch auf die Konkretisierung des Forderungspaktes sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Betriebe. DarĂŒber hinaus wurde diskutiert, ob und welche kreative LösungsansĂ€tze fĂŒr den KV denkbar wĂ€ren. 

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „FĂŒr uns ist nach wie vor klar: Wir können nur das verteilen, was vorher erwirtschaftet wurde und wir mĂŒssen berĂŒck-sichtigen, wie es den Betrieben derzeit geht. Ein voller Ausgleich der Inflation der letzten zwölf Monate ist nicht machbar und wird von uns abgelehnt. Die Kaufkraft der BeschĂ€ftigten ist durch zahlreiche staatliche Maßnahmen gestĂ€rkt worden, die Inflation ist zuletzt deutlich gesunken. Unsere Betriebe stehen unter enormem Druck, die AuftrĂ€ge sind eingebrochen und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weisen in Richtung Rezession. Wir produzieren in Österreich zu teuer und verlieren deshalb kontinuierlich AuftrĂ€ge. Eine weitere Lohnerhöhung, die ĂŒber dem Niveau unserer Mitbewerber wie Deutschland liegt, wĂŒrde uns weiter schwĂ€chen und Jobs gefĂ€hrden. Vor diesem Hintergrund sind noch mehr kreative LösungsansĂ€tze und vor allem wirtschaftspolitische Vernunft gefragt.“

Die nÀchste Verhandlungsrunde findet am 9. Oktober statt.

Hintergrund: Daten & Fakten, KV-Grundlagen:

  • Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.
     
  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro, der Durchschnittslohn 3.670 Euro und der Mindestlohn liegt bei  2.230 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
     
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
     
  • Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unter-nehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Das BIP-Wachstum geht gegen Null, die ProduktivitĂ€t ist negativ, das heißt es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können. 
     
  • Die Teuerung in Österreich (aktuell 7,4 %) liegt weiterhin deutlich ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum (zuletzt 5,3 Prozent). Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die vergleichsweise deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.
     
  • Laut einer Berechnung der Oesterreichischen Nationalbank wurden durch die Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung zwischen 80 (2023) und 90 % (2022) der aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation entstandenen Reallohnverluste abgegolten.  

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
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02.10.2023 Presseaussendung des FMTI

KV-Forderungen sind unrealistisch und wÀren massive SchwÀchung des Standorts und der Betriebe

  • Forderungen nach 11,6 % Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie weitere kosten-intensive WĂŒnsche sind fĂŒr die Branche nicht umsetzbar und gefĂ€hrden die WettbewerbsfĂ€higkeit der Unternehmen
  • Rezession in der Metalltechnischen Industrie - ProduktionsrĂŒckgang, Auftrags-einbruch, jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Betriebsergebnis 
  • Gefordert sind ernsthafte, seriöse und vor allem realistische Verhandlungen 

(Wien, 25.9. 2023) Zum heutigen Auftakt der KV-Verhandlungen und der ForderungsĂŒbergabe der Gewerkschaften stellt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, fest: „Dieses Forderungspaket ist ĂŒberzogen und unrealistisch. Wir befinden uns heuer in einer Ausnahmesituation. Die Metalltechnische Industrie ist in einer Rezession, die Produktion ist seit Jahresbeginn massiv zurĂŒckgegangen und die AuftragseingĂ€nge sind eingebrochen: Das lĂ€sst fĂŒr die kommenden Monate nichts Gutes erwarten. Jedes dritte Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust. Unsere Branche gehört nicht zu den Gewinnerbranchen, wie etwa die Energiewirtschaft oder das Gastgewerbe, diese Tatsache gilt es zu akzeptieren. Wir fordern seriöse Verhandlungen und Respekt gegenĂŒber den Unternehmen, die Tag fĂŒr Tag ArbeitsplĂ€tze sichern. Die Verhandlungen mĂŒssen auf dem Boden der RealitĂ€t stattfinden und damit fangen wir heute an.“ 

Branche mit Nachfrage- und Margeneinbruch

Die Metalltechnische Industrie erzielte im ersten Halbjahr 2023 einen Produktionswert von 24,8 Milliarden Euro, was einem RĂŒckgang von 5,5 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr (preisbereinigt) entspricht. Die AuftragseingĂ€nge gingen in diesem Zeitraum um 18 Prozent zurĂŒck. FĂŒr das Gesamtjahr 2023 rechnen die Unternehmen laut einer aktuellen Umfrage im Durchschnitt mit einem Minus von rund 6 Prozent, jedes zweite Unternehmen geht von einem ProduktionsrĂŒck-gang aus. Und fast jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Ergebnis (EBIT). Die In-dustrieproduktion in Österreich befindet sich in einer Rezession, auch die Gesamtwirtschaft ist rĂŒcklĂ€ufig. Der Produktionsstandort Österreich ist eindeutig zu teuer geworden.

Hinzu kommt die Inflationskrise, die speziell in Österreich zu höheren Inflationsraten als etwa in der Eurozone gefĂŒhrt hat. Dieser Unterschied belastet die Unternehmen zusĂ€tzlich, da sie acht von zehn Euro im Export verdienen, der grĂ¶ĂŸte Teil davon geht in den Euroraum. 

Christian Knill abschließend: „Wir sehen heuer sehr wenig Spielraum. Die außergewöhnliche Situation erfordert auch außergewöhnliche und kreative Lösungen. Die alten Rezepte funktionieren in dieser Situation nicht mehr. Oberste PrioritĂ€t muss die Sicherung der ArbeitsplĂ€tze haben, das ist die Kernaufgabe unserer Unternehmen. Das geht aber nur, wenn man sie lĂ€sst.“

Hintergrund: Daten & Fakten, KV-Grundlagen:

  • Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro.
     
  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 5.100 Euro, der Durchschnittslohn 3.670 Euro und der Mindestlohn liegt bei  2.230 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
     
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert (KMU), im Schnitt beschĂ€ftigen sie 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in den KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
     
  • Die gesamte Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession, auch die Metalltechnische Industrie ist davon massiv betroffen. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete sie einen RĂŒckgang der Produktion von rund 6 %, die AuftragseingĂ€nge gingen sogar um 18 % zurĂŒck. Fast jedes dritte Unter-nehmen erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis (EBIT). Auch das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist negativ. Das BIP-Wachstum geht gegen Null, die ProduktivitĂ€t ist negativ, das heißt es gibt keine ProduktivitĂ€tsgewinne, die verteilt werden können. 
     
  • Die Teuerung in Österreich (aktuell 7,4 %) liegt weiterhin deutlich ĂŒber dem Schnitt der LĂ€nder im Euroraum (zuletzt 5,3 Prozent). Das ist fĂŒr die exportorientierte Branche ein großer Wettbewerbsnachteil, denn 8 von 10 Euro werden im Export verdient. Durch die vergleichsweise deutlich höheren Lohnkosten verliert die MTI kontinuierlich an WettbewerbsfĂ€higkeit.
     
  • Laut einer Berechnung der Oesterreichischen Nationalbank wurden durch die Anti-Teuerungsmaßnahmen der Bundesregierung zwischen 80 (2023) und 90 % (2022) der aufgrund der ĂŒberdurchschnittlichen Inflation entstandenen Reallohnverluste abgegolten.  

Weitere Informationen sowie Daten und Fakten zu den KV-Verhandlungen: 

https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2023/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at

25.9.2023 Presseaussendung des FMTI

Metalltechnische Industrie in der Rezession, WettbewerbsfĂ€higkeit deutlich geschwĂ€cht, AuftragseingĂ€nge eingebrochen 

  • Industrieproduktion in der Rezession: sinkende Produktion, sinkende AuftrĂ€ge, auf Sicht weniger ArbeitsplĂ€tze
  • ProduktionsrĂŒckgang in der Metalltechnischen Industrie: minus 5,5 %
  • Einbruch der AuftragseingĂ€nge: minus 18 %
  • Jedes dritte Unternehmen der Metalltechnischen Industrie erwartet 2023 ein negatives Betriebsergebnis
  • Christian Knill: „Kernaufgabe der Unternehmen ist es, weltweit AuftrĂ€ge zu gewinnen sowie heimische ArbeitsplĂ€tze zu sichern und nicht, die Erhaltung der Kaufkraft in Österreich zu gewĂ€hrleisten."

(OTS, Wien, 7.9.2023) Am 25. September starten die Kollektivvertragsverhandlungen fĂŒr die Metalltechnische Industrie (MTI). Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung der Branche sieht Fachverbandsobmann Christian Knill wenig Spielraum fĂŒr die Unternehmen: „Die Metalltechnische Industrie befindet sich derzeit in einer Rezession. Die Produktion sinkt, die AuftragseingĂ€nge sind stark zurĂŒckgegangen und jedes dritte Unternehmen in unserer Branche erwartet heuer ein negatives Betriebsergebnis. Wir erwirtschaften acht von zehn Euro im Export. Durch die im Vergleich zu anderen EurolĂ€ndern höhere Inflation in Österreich und die vergleichsweise hohen Lohnkosten verlieren wir immer mehr AuftrĂ€ge auf den WeltmĂ€rkten. Das wirkt sich mittelfristig sehr negativ auf die Position der Unternehmen aus. Diese schlechten Voraussetzungen nehmen uns fĂŒr die Lohnverhandlungen jeglichen Spielraum.“

Branche mit Nachfrage- und Margeneinbruch

Die Metalltechnische Industrie erzielte im ersten Halbjahr 2023 einen Produktionswert von 24,8 Milliarden Euro, was einem RĂŒckgang um 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr (preisbereinigt) entspricht. Die AuftragseingĂ€nge gingen in diesem Zeitraum um 18 % zurĂŒck. FĂŒr das Gesamtjahr 2023 rechnen die Unternehmen laut einer aktuellen Umfrage im Durchschnitt mit einem Minus von rund 6 %, jedes zweite Unternehmen geht von einem ProduktionsrĂŒckgang aus. Und fast jedes dritte Unternehmen erwartet ein negatives Ergebnis (EBIT). Die Industrieproduktion in Österreich befindet sich in einer Rezession.

Einer der GrĂŒnde fĂŒr diese Entwicklung ist der kontinuierliche Verlust an WettbewerbsfĂ€higkeit, den die Unternehmen nur teilweise durch Innovationen und Verbesserungen ausgleichen können. In Österreich hergestellte Produkte, wie Maschinen oder Metallwaren, sind aufgrund der vergleichsweise deutlich höheren Lohnkosten auf den internationalen MĂ€rkten immer schwerer absetzbar. Der Standort wird im Vergleich zu den Mitbewerbern immer teurer. Hinzu kommt die Teuerungskrise, die speziell in Österreich zu höheren Inflationsraten als etwa im Euroraum gefĂŒhrt hat. Dieser Unterschied belastet die Unternehmen zusĂ€tzlich.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fĂŒr die KV-Verhandlungen sind vor diesem Hintergrund sehr schwierig.

Christian Knill: „Wir stehen an einem Wendepunkt. FĂŒr die KV-Verhandlungen der Metalltechnischen Industrie gibt es wenig Spielraum. Die bisherigen Formeln haben keine Zukunft, es gilt vielmehr, neue Lösungen zu finden. Wir mĂŒssen auch berĂŒcksichtigen, dass fĂŒr die Bevölkerung ein sehr großer Teil der Teuerung durch die Maßnahmen der Bundesregierung bereits abgegolten wurde. Oberste PrioritĂ€t der Sozialpartner muss es sein, ArbeitsplĂ€tze zu sichern, das ist unsere Kernaufgabe. Die Unternehmen sind jedoch nicht dazu da, die allgemeine Kaufkraft zu erhalten, das ist Aufgabe der EuropĂ€ischen Zentralbank und der Politik. Unsere Branche zahlt hervorragend, aber ein zu hoher Abschluss gefĂ€hrdet massiv ArbeitsplĂ€tze.“

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 300.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2022 einen Produktionswert von rund 49,5 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: 
www.metalltechnischeindustrie.at/news-presse/presse/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at

7.9.2023 Presseaussendung des FMTI 
PPP PressegesprĂ€ch 

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