Karzinogene RL

Arbeitnehmerschutz – Einstufung von Arbeitsstoffen

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Seit vielen Jahren wird auf europĂ€ischer Ebene an der Überarbeitung der Krebsrichtlinie gearbeitet, mit dem Ziel, die Arbeitnehmer vor gesundheitsgefĂ€hrdenden Stoffen zu schĂŒtzen.




Im Rahmen des Jahres-Schwerpunktes 2017/2018 der AUVA wurden diverse BroschĂŒren erarbeitet, die auf den richtigen Umgang mit krebserregenden bzw. möglicherweise krebserregenden Stoffen hinweisen. (siehe in der nachfolgenden Download Box).

  • In Anhang III (Liste krebserzeugender Arbeitsstoffe) oder Anhang V (Liste von Hölzern, deren StĂ€ube als eindeutig krebserzeugend gelten) der Grenzswerteverordnung genannt sind
    oder
  • Nach Verordung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) entsprechend der Gefahrenklasse 3.6 KarzinogenitĂ€t
    oder
  • Nach § 3 Chemikaliengesetzt 1996
    oder
  • Nach den Bestimmungen des Pflanzenschutzmittelgesetzes 2011

als krebserzeugend einzustufen oder zu kennzeichnen sind.

AluminiumstÀube und -spÀne nicht als krebserregend eingestuft, dh. sie sind nicht auf den entsprechenden Listen zu finden.

Die AUVA bietet Seminare in den BundeslÀndern an, in denen man sich zum Thema krebserregende Arbeitsstoffe informieren kann:

Informationsveranstaltungen der AUVA fĂŒr Betriebe

Sie möchten einen Überblick ĂŒber das Thema krebserzeugende Arbeitsstoffe gewinnen und erfahren, welche Lösungen andere Betriebe gefunden haben?

Dann besuchen Sie eine der AUVA-Informationsveranstaltungen.
18. September 2018 in Innsbruck
02. Oktober 2018 in Graz
09. Oktober 2018 in Bad Ischl
23. Oktober 2018 in Wien

Weitere Informationen finden Sie unter www.auva.at/veranstaltungen.

Änderung der Karzinogene-Richtlinie

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Am 27. Dezember 2017 wurde die Richtlinie (EU) 2017/2398 zur Änderung der Karzinogene Richtlinie 2004/37/EG im Amtsblatt veröffentlicht.

Durch die in dieser Richtlinie festgelegten Mindestanforderungen soll der Schutz der Arbeitnehmer auf Unionsebene sichergestellt werden. Die Mitgliedstaaten können strengere verbindliche Arbeitsplatzgrenzwerte festlegen.


Die Arbeitsplatzgrenzwerte sind Teil des Risikomanagements gemĂ€ĂŸ der oben genannten Karzinogen Richtlinie 2004/37/EG.

Diese Richtlinie regelt Grenzwert fĂŒr folgende Stoffe bzw. Stoffgrupp

  • HartholzstĂ€ube,
  • Chrom(VI)-Verbindungen,
  • Feuerfeste Keramikfasern,
  • AlveolengĂ€ngiges kristallines Siliziumdioxid (Quarzfeinstaub),
  • Benzol,
  • Vinylchloridmonomer,
  • Ethylenoxid,
  • 1,2-Epoxypropan,
  • Acrylamid,
  • 2-Nitropropan,
  • o-Toluidin,
  • 1,3-Butadien,
  • Hydrazin und
  • Bromethylen.

Eine Mischexposition von Hartholzstaub und Weichholzstaub muss wie eine reine Exposition gegenĂŒber Hartholzstaub betrachtet werden.

Wichtig ist auch, dass diese Richtlinie bis 17.1.2020 in nationales Recht umgesetzt sein muss.

Den nĂ€chsten Schritt in diesem Prozess stellt der von der Kommission vorgelegte Vorschlag zur Festlegung von Grenzwerten und Hinweisen „Haut“ fĂŒr sieben weitere Karzinogene dar.

DarĂŒber hinaus hat die Kommission angekĂŒndigt, dass weitere Änderungen der Richtlinie 2004/37/EG geplant sind.

 

KONZEPT DER RISIKOBASIERTEN GRENZWERTE/Kanzerogene

Das Projekt zur Umstellung der Bewertung von krebserregenden und/oder mutagenen Arbeitsstoffen hin zu einer risikobasierten Bewertung und Einteilung von kanzerogenen Arbeitsstoffen wurde Ende 2017 vorgestellt.

Seit vielen Jahren gelten im Chemikalienrecht strengere MaßstĂ€be und Grenzwerte als im Arbeitnehmer-Schutz. Die unterschiedlichen Ansichten zu diesem Aspekt sollen anhand des Projekts RISIKOBASIERTE GRENZWERTE mit dem BMASK/ZAI/Frau BM HARTINGER angenĂ€hert oder sogar geschlossen werden. Der Ansatz widmet sich speziell den krebserzeugenden Arbeitsstoffen und ist in D, F, NL und PL schon in Variationen juristische RealitĂ€t.

Weit verwendete Arbeitsstoffe werden zukĂŒnftig in eine „Expositions-Risiko-Beziehung“ (ERB) gebracht. Eine erste HĂŒrde bei der Arbeit im Zusammenhang mit einem bestimmten Stoff nennt man „Alarmwert“, der Schutzmaßnahmen durch den Arbeitgeber auslöst, die wiederum einen arbeitsmöglichen und arbeitstauglichen „Maßnahmen-Zielwert“ als eigenes Ziel im Fokus haben. Das Sozialministerium hat unter Einbeziehung des Zentralen Arbeitsinspektorates und des FCIO eine Guideline ausgearbeitet, die zur vorlĂ€ufigen Abgleichung fĂŒr alle Branchen ĂŒbermittelt wurde.

Weitere Informationen zum Gesamtkonzept (Übersicht in Beilage 1 und Beilage 2) werden in der kommenden Ausgabe des INSIDE Magazins verfĂŒgbar sein.

FĂŒr die österreichische EU-PrĂ€sidentschaft im 2. Halbjahr 2018 wird dieses Thema auch ein Schwerpunkt sein.

Das Langzeitziel dieses Projektes ist eine Novelle zum ASCHG, welche die „RISIKOBASIERTHEITE WERTUNG und EINTEILUNG“ zum Gesetz erhebt.


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