Springe zum Seiteninhalt
Metalltechnische Industrie Logo

PFAS

Vorschlag zur Beschränkung von 10.000 Stoffen in REACH (PFAS)

Am 7. Februar wurden ein Vorschlag zur Beschr√§nkung von PFAS von den Beh√∂rden D√§nemarks, Deutschlands, der Niederlande, Norwegens und Schwedens ausgearbeitet und bei der ECHA eingereicht. Er zielt darauf ab, PFAS-Emissionen in die Umwelt zu verringern und Produkte und Verfahren f√ľr die Menschen sicherer zu machen.

Alle PFAS, die in den Geltungsbereich des Vorschlags fallen, sind in der Umwelt sehr persistent. Die Beh√∂rden sch√§tzen, dass in den n√§chsten 30 Jahren rund 4,4 Millionen Tonnen PFAS in die Umwelt gelangen werden, wenn keine Ma√ünahmen ergriffen werden. 

Die ‚ÄěPFAS-Beschr√§nkung‚Äú im Rahmen der REACH-Verordnung betrifft rund 10.000 Einzelstoffe quer durch verschiedenste Bereiche des Handels, Gewerbes und der Industrie. Die Verwendungen sind mannigfaltig und reichen von Prozesschemikalien √ľber Textilien zu K√ľchenutensilien und vieles mehr. Die wissenschaftlichen Aussch√ľsse der ECHA werden nun damit beginnen, den Vorschlag im Hinblick auf die Risiken f√ľr Mensch und Umwelt sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft zu bewerten. 

Die nächsten Schritte:
Die wissenschaftlichen Aussch√ľsse der ECHA f√ľr Risikobewertung (RAC) und f√ľr sozio√∂konomische Analyse (SEAC) werden in ihren Sitzungen im M√§rz 2023 pr√ľfen, ob der Vorschlag die rechtlichen Anforderungen von REACH erf√ľllt. Wenn dies der Fall ist, werden die Aussch√ľsse mit der wissenschaftlichen Bewertung des Vorschlags beginnen. Eine √∂ffentliche Konsultation l√§uft bis 25. September 2023, dabei sollen m√∂gliche Verwendungsausnahmen gesammelt werden.

Sobald die Stellungnahmen angenommen sind, werden sie an die Europ√§ische Kommission weitergeleitet, die dann gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten √ľber die m√∂gliche Beschr√§nkung entscheiden wird.

Am 5. April 2023 fand eine Online-Information der ECHA statt, um das Beschränkungsverfahren zu erläutern und denjenigen zu helfen, die sich an der Konsultation beteiligen möchten.

In dem vorliegenden Beschr√§nkungsvorschlag werden PFAS als Stoff definiert, der mindestens ein vollst√§ndig fluoriertes Methyl- oder Methylen-Kohlenstoffatom (ohne daran gebundenes H/Cl/Br/I) enth√§lt. Darunter fallen rund 10.000 verschiedene PFAS. 

In dem Beschr√§nkungsdossier werden zwei verschiedene Regulierungsoptionen (restriction options RO1 und RO2) vorgeschlagen: ein vollst√§ndiges Verbot von allen PFAS ohne Ausnahmen (RO1) sowie ein Verbot mit anwendungsspezifischen weitestgehend zeitlich befristeten Ausnahmen. Die letztgenannte Option wird derzeit seitens der Dossiereinreicher favorisiert. 

Unter der RO2 sind Ausnahmen f√ľr verschiedene Verwendungen vorgesehen. Dazu im Folgenden einige Beispiele: 

  • Unbegrenzte Ausnahmen  
  • Zeitlich begrenzte Ausnahmen  
  • Noch zu diskutierende Ausnahmen  

Alle nicht von einer Ausnahme abgedeckten Anwendungen w√§ren von einem direkten Verbot aller PFAS nach einer √úbergangsfrist von 18 Monaten betroffen (ca. 2026 / 2027). Zusammenfassend zielen beide Optionen langfristig auf ein vollst√§ndiges Verbot der Herstellung, des Imports und der Verwendung aller PFAS im Europ√§ischen Wirtschaftsraum (EWR) ab. 

Von einer potenziellen zuk√ľnftigen PFAS-Beschr√§nkung nach Vorlage des vorliegenden Beschr√§nkungsdossiers sind nahezu alle Hersteller des Maschinen- und Anlagenbaus entweder in den Produkten oder in der Produktion betroffen, wenn auch in unterschiedlichem Ausma√ü. Eine sehr gro√üe Betroffenheit gibt es beispielsweise bei den Herstellern von Hydraulikkomponenten wie Pumpen, Motoren, Ventile und Zylinder, sowie Armaturen und Kompressoren. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollst√§ndigkeit. H√§ufig werden PFAS, gr√∂√ütenteils fluorierte Polymere, beispielsweise in Dichtungen, Schl√§uchen, Leitungen, Ventilen und Beschichtungen eingesetzt. W√§hrend sich in einigen F√§llen ‚Äěnur‚Äú die Performance vieler Produkte massiv verschlechtern w√ľrde, k√∂nnten viele Produkte gar nicht mehr hergestellt, importiert und in Verkehr gebracht werden, so dass vielen Unternehmen durch ein PFAS-Verbot die Gesch√§ftsgrundlage vollst√§ndig oder teilweise entzogen w√ľrde. 

F-Gase fallen unter die universelle PFAS-Beschr√§nkung. Gleichzeitig werden bestimmte F-Gase in der F-Gase-Verordnung reguliert. Dabei werden F-Gase, die in industrieller K√§lteprozesstechnik (vor allem in Geb√§uden) unter anderem aus Sicherheitsgr√ľnden genutzt werden, auch gr√∂√ütenteils als PFAS im Sinne des PFAS-Dossiers subsumiert. Damit unterliegen diese F-Gase einer Doppelregulierung. 

Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus befinden sich h√§ufig in der Mitte der Lieferkette. Deswegen stellt die Identifikation einer Betroffenheit eine gro√üe Herausforderung dar. Die unzureichende harmonisierte Einstufung von PFAS in der CLP-Verordnung bedeutet keine Informationsweitergabe (z.B. √ľber das Sicherheitsdatenblatt), was die Analyse der Betroffenheit zeitaufw√§ndig und in vielen F√§llen unm√∂glich macht. Um Informationen entlang der Lieferketten zu erhalten, welche Stoffe z.B. in Formulierungen oder Zwischenprodukten enthalten sind, werden abschlie√üende Listen der sehr Besorgnis erregenden PFAS (eingestuft als CMR, PBT, vPvB, PMT, vPvM oder als ED2) (mit CAS-Nummern) ben√∂tigt.

Die englische Konsultation finden Sie hier und ist bis 25. September 2023 ge√∂ffnet. 
https://echa.europa.eu/de/restrictions-under-consideration/-/substance-rev/72301/term 

Der FMTI wird sich an der öffentlichen Konsultation beteiligen und ist bereits im Austausch mit mehreren europäischen Dachverbänden.


XS SM MD LG XL