F-Gase

Vermarktung und Verwendung von fluorierten Gasen

Spezielle Regeln fĂŒr WĂ€rmepumpen, KĂŒhl- und Klimatechnik, den Brandschutz und elektrische Schaltanlagen

Dieser Folder gibt Ihnen einen Überblick ĂŒber das geltende Recht rund um fluorierte Treibhausgase (F-Gase).

Insbesondere wird die Bedeutung einzelner Regelungen umrissen und es werden die Auswirkungen auf ihr Unternehmen erlĂ€utert. Gezeigt wird auch, wie das F-Gase-Recht mit anderen Rechtsmaterien – wie z.B. der REACH-Verordnung oder dem österreichischen Recht – vernetzt ist und welche Konsequenzen sich daraus fĂŒr den betrieblichen Alltag ergeben können.

Der Folder soll als Hilfestellung zum praktischen Handeln dienen und ihnen eine Übersicht ĂŒber die relevanten Fragen ermöglichen. Er ist aber keine rechtsverbindliche Interpretation der unternehmensspezifischen Verpflichtungen, die sich aus dem Chemikalienrecht ergeben.

Diese können nur auf Basis der einschlÀgigen Rechtsvorschriften von Fall zu Fall bewertet werden.

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https://www.wko.at/service/umwelt-energie/vermarktung-verwendung-fluorierte-gase.pdf.


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Infoblatt KĂ€ltemittel: gesetzlicher Rahmen und Handlungsempfehlungen

  • Verwenden Sie KĂ€ltemittel?
  • Importieren Sie KĂ€ltemittel?
  • Handeln Sie mit KĂ€ltemitteln?

Das Thema KĂ€ltemittel war in den vergangenen Jahren intensiv diskutiert worden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind komplexer geworden. Aus diesem Grund hat die WKO nun ein Informationsblatt erstellt, in dem ĂŒbersichtlich das Thema KĂ€ltemittel dargestellt wird.

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Fluorierte Treibhausgase

© Shutterstock

Die Verwendung fluorierter Treibhausgase (F-Gase) ist seit 2006 in der Verordnung (EG) Nr. 842/2006 und in der Richtlinie 2006/40/EG geregelt. Seit 1. Januar 2015 gilt die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 ĂŒber fluorierte Treibhausgase. Damit ist die Verordnung (EG) Nr. 842/2006 aufgehoben.

Nachdem in den vergangenen Jahren diverse Änderungen in den Verordnungen sowie neue Veröffentlichungen erfolgt sind, wollen wir hier einen kurzen Überblick ĂŒber die generellen Aspekte beim Thema F-Gase (fluorierte Treibhausgase) geben. Aktuelle Änderungen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Die neue F-Gas-Verordnung ist ein Beitrag, um die Emissionen des Industriesektors bis zum Jahr 2030 um 70 Prozent gegenĂŒber 1990 zu verringern, genauer gesagt, sollen die Emissionen fluorierter Treibhausgase in der EU um 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bis zum Jahr 2030 gesenkt werden. Die Emissionsreduktion fluorierter Treibhausgase soll durch drei wesentliche RegelungsansĂ€tze erreicht werd

  • EinfĂŒhrung einer schrittweisen BeschrĂ€nkung (Phase down) der am Markt verfĂŒgbaren Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) bis zum Jahr 2030 auf ein FĂŒnftel der heutigen Verkaufsmengen. Basis sind die in den Jahren 2009 -2012 in der EU hergestellten und in die EU eingefĂŒhrten durchschnittlichen Gesamtmengen, ausgedrĂŒckt in CO2 Äquivalent.
  • Erlass von Verwendungs- und Inverkehrbringungsverboten, wenn technisch machbare, klimafreundlichere Alternativen vorhanden sind.
  • Beibehaltung und ErgĂ€nzung der Regelungen zu DichtheitsprĂŒfungen, Zertifizierung, Entsorgung und Kennzeichnung.

Mit der neuen F-Gas-VO soll insbesondere ein Anreiz zur Verwendung von Alternativen anstelle von F-Gasen geschaffen werden.

Phase Down-Verfahren (Artikel 15)
Seit dem 01.01.2015 benötigen Unternehmen, die pro Kalenderjahr teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW) in Mengen von 100 Tonnen CO2-Äquivalent oder mehr in Verkehr bringen, eine Quote. Sowohl „historische“ Marktteilnehmer als auch neue Marktteilnehmer (solche, die bisher keine Mengen gemeldet haben) können Quoten erhalten. Hierzu ist eine Registrierung in einem elektronischen Register erforderlich. „Neue“ Marktteilnehmer mĂŒssen gemĂ€ĂŸ Art. 16 Abs. 2 ihre Absicht, HFKW in den Verkehr bringen zu wollen, bei der Kommission anmelden.

Hierzu wurde eine Mitteilung im Amtsblatt der Kommission an Unternehmen veröffentlicht, die beabsichtigen, 2018 teilfluorierte Kohlenwasserstoffe als Massengut in der EU in Verkehr bringen.

Von der Registrierung ausgenommen sind Unternehmen, die ab 2015 teilfluorierte Kohlenwasserstoffe nur in Mengen bis 100 Tonnen CO2-Äquivalent in Verkehr bringen wollen. Das CO2-Äquivalent ergibt sich durch Multiplikation der Menge eines F-Gases mit dem zugeordneten Wert fĂŒr das Treibhausgaspotential (GWP). Zum Beispiel besitzt HFKW-134a ein GWP von 1430. Eine Tonne HFKW-134a entspricht damit 1430 Tonnen CO2-Äquivalent.

Verwendungs- und Inverkehrbringungsverbote (Artikel 13 & 11)
Die Verwendungsverbote sind in Art. 13 der Verordnung geregelt, Verbote des Inverkehrbringens in Art. 11 in Verbindung mit Anhang III. In den Begriffsbestimmungen der F-Gas-Verordnung wird „Verwenden“ definiert, als Herstellung, Instandhaltung oder Wartung (einschließlich der WiederauffĂŒllung) von Erzeugnissen und Einrichtungen oder zu anderen in der Verordnung genannten Zwecken.
„Instandhaltung oder Wartung“ umfasst sĂ€mtliche TĂ€tigkeiten, ausgenommen RĂŒckgewinnungstĂ€tigkeiten (Art 8) und Dichtheitskontrollen (Artikel 4 und 10 Absatz 1 Buchstabe b ) die einen Eingriff in die fluorierte Treibhausgase enthaltenden oder dafĂŒr bestimmten KreislĂ€ufe erfordern, insbesondere das BefĂŒllen des Systems mit fluorierten Treibhausgasen, der Ausbau eines oder mehrerer Kreislauf- oder GerĂ€teteile, der erneute Zusammenbau zweier oder mehrerer Kreislauf- oder GerĂ€teteile und die Reparatur von Lecks.

Erzeugnisse oder Einrichtungen

Datum des Verbots

HaushaltskĂŒhl- und GefriergerĂ€te mit H-FKW mit einem GWP von 150 oder mehr

1. Januar 2015

KĂŒhlgerĂ€te und GefriergerĂ€te fĂŒr die gewerbliche Verwendung (hermetisch geschlossene Einrichtungen), die H-FKW mit einem GWP von 2.500 oder mehr enthalten

1. Januar 2020

KĂŒhlgerĂ€te und GefriergerĂ€te fĂŒr die gewerbliche Verwendung (hermetisch geschlossene Einrichtungen), die H-FKW mit einem GWP von 150 oder mehr enthalten

1. Januar 2022

Ortsfeste KĂ€lteanlagen, die H-FKW mit einem GWP von 2.500 oder mehr enthalten oder zu ihrem Funktionieren benötigen, außer Einrichtungen, die fĂŒr Anwendungen zur KĂŒhlung von Produkten auf unter -50 °C bestimmt sind.

1. Januar 2020

Mehrteilige zentralisierte KĂ€lteanlagen fĂŒr die gewerbliche Verwendung mit einer Nennleistung von 40 kW oder mehr, die fluorierte Treibhausgase mit einem GWP von 150 oder mehr enthalten oder zu ihrem Funktionieren benötigen, außer im primĂ€ren KĂ€ltemittelkreislauf in Kaskadensystemen, in dem fluorierte Treibhausgase mit einem GWP von weniger als 1.500 verwendet werden dĂŒrfen.

1. Januar 2022

Bewegliche RaumklimagerÀte (hermetisch geschlossene Systeme, die der Endnutzer von einem Raum in einen anderen bringen kann), die H-FKW mit einem GWP von 150 oder mehr enthalten.

1. Januar 2020

Mono-SplitklimagerÀte mit weniger als 3 kg fluorierter Treibhausgase, die fluorierte Treibhausgase mit einem GWP von 750 oder mehr enthalten oder zu ihrem Funktionieren benötigen.

1. Januar 2025

BeschrĂ€nkung der Verwendung (Artikel 13)Ab 1. Januar 2020:Verbot der Verwendung von KĂ€ltemitteln mit einem Treibhausgaspotential GWP ≄ 2500 zur Wartung und Instandhaltung von KĂ€lteanlagen mit FĂŒllmengen ab 40 Tonnen CO2-Äquivalent (ausgenommen Anwendungen < -50 °C und MilitĂ€rausrĂŒstungen).

Bis 31. Dezember 2029:
Verwendung von recycelten oder aufgearbeiteten F-Gasen mit einem GWP ≄ 2500 zur Wartung und Instandhaltung von bestehenden (gebrauchten) KĂ€lteanlagen.

Kennzeichnungspflichten (Artikel 12)
Erzeugnisse und Einrichtungen, die fluorierte Treibhausgase enthalten oder zu ihrem Funktionieren benötigen, werden nicht ohne Kennzeichnung in Verkehr gebracht.
Dies gilt nur fĂŒr: KĂ€lteanlagen, Klimaanlagen, WĂ€rmepumpen, Brandschutzeinrichtungen, elektrische Schaltanlagen & AerosolzerstĂ€uber, die fluorierte Treibhausgase enthalten, mit Ausnahme von Dosier-Aerosolen fĂŒr die Verabreichung pharmazeutischer Wirkstoffe.

Die erforderliche Kennzeichnung enthÀlt folgende Angab

  • den Hinweis, dass das Erzeugnis oder die Einrichtung fluorierte Treibhausgase enthĂ€lt oder zu seinem/ihrem Funktionieren benötigt;
  • die anerkannte industrielle Bezeichnung des betreffenden fluorierten Treibhausgases oder, wenn diese nicht verfĂŒgbar ist, die chemische Bezeichnung;
  • ab 1. Januar 2017 die Menge der im Erzeugnis oder in der Einrichtung enthaltenen fluorierten Treibhausgase oder die Menge fluorierter Treibhausgase, fĂŒr die die Einrichtung ausgelegt wurde, ausgedrĂŒckt in Gewicht und CO2-Äquivalent sowie das Treibhausgaspotenzial dieser Gase.

Die erforderliche Kennzeichnung enthÀlt erforderlichenfalls folgende Angaben:

  • den Hinweis, dass fluorierte Treibhausgase in hermetisch geschlossenen Einrichtungen enthalten sind;
  • den Hinweis, dass die elektrischen Schaltanlagen, wie in den technischen Spezifikationen des Herstellers angegeben, eine geprĂŒfte Leckagerate von weniger als 0,1 % pro Jahr aufweisen.

Die Kennzeichnung ist deutlich lesbar und dauerhaft anzubringen entweder in unmittelbarer NĂ€he der Zugangsstellen fĂŒr das BefĂŒllen oder die RĂŒckgewinnung der fluorierten Treibhausgase oder auf dem Teil des Erzeugnisses oder der Einrichtung, der das fluorierte Treibhausgas enthĂ€lt. Die Kennzeichnung ist in den Amtssprachen des Mitgliedstaats abzufassen, in dem das Inverkehrbringen erfolgt.

Eine Liste mit Treibhauspotentiale (Global Warming Potential, GWP) ausgewĂ€hlter Verbindungen und deren Gemische liegt im BĂŒro des Fachverbandes auf und kann auf Nachfrage versendet werden.

Des Weiteren sind in der F-Gase Verordnung die RĂŒckgewinnung (Artikel 8), Ausbildung und Zertifizierung (Artikel 10) sowie die VorbefĂŒllung von Einrichtungen (Artikel 14) geregelt.

 


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