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Chemikalienstrategie

Nachhaltige Chemikalienstrategie veröffentlicht

Wie im Rahmen des EU Green Deals und bei der „Zero-Pollution“-Initiative angekĂŒndigt, hat die EU-Kommission ihre Nachhaltige Chemikalienstrategie veröffentlicht. Ziel der Strategie ist, den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor schĂ€dlichen Chemikalien deutlich zu erhöhen, wobei gefĂ€hrdeten Bevölkerungsgruppen besondere Aufmerksamkeit zukommen soll. 

Zu den wichtigsten Initiativen zÀhlen:

  • Die schrittweise Einstellung der Verwendung der schĂ€dlichsten Stoffe, darunter endokrine Disruptoren, Chemikalien, die das Immunsystem und die Atemwege beeintrĂ€chtigen, und persistente Stoffe wie Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), sofern sie nicht nachweislich fĂŒr das Allgemeinwohl unverzichtbar sind;
     
  • die Minimierung und möglichst weitgehende Substituierung bedenklicher Stoffe in allen Produkten. Vorrang haben dabei zum einen die Produktkategorien, die gefĂ€hrdete Bevölkerungsgruppen schĂ€digen können, und zum anderen die Produktkategorien mit dem grĂ¶ĂŸten Potenzial fĂŒr die Kreislaufwirtschaft;
     
  • die BerĂŒcksichtigung des Kombinationseffekts von Chemikalien (Cocktail-Effekt), indem dem Risiko fĂŒr die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei tĂ€glicher Exposition gegenĂŒber einer breiten Mischung von Chemikalien aus verschiedenen Quellen Rechnung besser Rechnung getragen wird;
     
  • die EinfĂŒhrung von Informationsanforderungen im Rahmen der Initiative fĂŒr eine nachhaltige Produktpolitik, um den Zugang von Herstellern und Verbrauchern zu Informationen ĂŒber die enthaltenen Chemikalien und die sichere Verwendung sicherzustellen.

 
Gleichzeitig sollen Impulse fĂŒr Innovationen und Förderung der Wettbewerbs-fĂ€higkeit der EU gesetzt werden: 

Die in der Strategie angekĂŒndigten Maßnahmen sollen industrielle Innovationen, damit die entsprechenden Chemikalien auf dem EU-Markt zur Norm und weltweit zur VergleichsgrĂ¶ĂŸe werden, fördern – das soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • die Entwicklung von Kriterien fĂŒr inhĂ€rent sichere und nachhaltige Stoffe und die Sicherung von finanzieller UnterstĂŒtzung fĂŒr die Vermarktung und Verbreitung solcher Chemikalien;
     
  • die Sicherstellung der Entwicklung und Verbreitung inhĂ€rent sicherer und nachhaltiger Stoffe, Materialien und Produkte durch EU-Finanzierungs- und Investitionsinstrumente sowie öffentlich-private Partnerschaften;
     
  • eine erhebliche Intensivierung der Durchsetzung von EU-Vorschriften an den Grenzen und im Binnenmarkt;
     
  • die Erstellung einer EU-Forschungs- und Innovationagenda fĂŒr Chemikalien, um die WissenslĂŒcken ĂŒber die Wirkung von Chemikalien zu schließen, Innovationen zu fördern und nach und nach auf Tierversuche zu verzichten;
     
  • eine Vereinfachung und Konsolidierung des EU-Rechtsrahmens wie z. B. durch EinfĂŒhrung eines Verfahrens nach dem Prinzip „Ein Stoff, eine Bewertung“, die StĂ€rkung des Grundsatzes „Keine Daten, kein Markt“ und gezielte Änderungen der REACH-Verordnung und der Sektorvorschriften.

Die Unterlagen zur Strategie sind unter folgenden Links abrufbar:

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