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Forderungen der Gewerkschaften unvernĂŒnftig und ĂŒberzogen

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Personen an der Montage-Werkbank

©Shutterstock

PRESSEINFORMATION

Metalltechnische Industrie steht vor Rezession, Teuerung kann von Betrieben nicht allein getragen werden, Forderungspaket vor diesem Hintergrund realitÀtsfern

(Wien, 19.9.2022) Zum Start der Kollektivvertragsverhandlungen der Metalltechnischen Industrie haben die Gewerkschaften heute ein Forderungspaket prÀsentiert, das neben geforderten Lohn- und Gehaltserhöhungen um 10,6 % noch weitere umfangreiche Forderungen im Rahmenrecht beinhaltet.

Dazu hĂ€lt Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), fest: 
„Die Sozialpartnerschaft steht heuer vor einer ihrer grĂ¶ĂŸten Herausforderungen. Krieg, ĂŒberschießende Energiepreise, die hohe Inflation – all das belastet Betriebe und BeschĂ€ftigte gleichermaßen. Das Forderungspaket der Gewerkschaften ist aus unserer Sicht unvernĂŒnftig und ĂŒberzogen. Dieses Wunschpaket wĂŒrde den Betrieben massive Mehrkosten verursachen, das ist absolut realitĂ€tsfern. Jeden Tag erreichen uns neue schlechte Nachrichten und die Branche steht tatsĂ€chlich vor einer Rezession. Unsere Unternehmen können und werden in der derzeitigen Situation die aktuelle Teuerung nicht allein schultern. Staat, Betriebe und BeschĂ€ftigte mĂŒssen diese Krise gemeinsam bewĂ€ltigen. Die Bundesregierung hat mit den Anti-Teuerungsmaßnahmen ein bislang einzigartiges Paket auf den Weg gebracht, das die Kaufkraft bereits deutlich stĂ€rkt. Das ist in den Verhandlungen jedenfalls zu berĂŒcksichtigen. 
Wir werden nun in den nĂ€chsten Tagen und Wochen versuchen, eine vernĂŒnftige Lösung zu finden. Der Abschluss muss den Wirtschaftsstandort im Auge haben und fĂŒr beide Seiten tragbar sein. Davon sind wir mit diesen Forderungen allerdings noch weit entfernt.“

Hintergrund-Informationen:

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt betrĂ€gt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und GehĂ€lter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % ĂŒber KV. Die BeschĂ€ftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmĂ€ĂŸig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelstĂ€ndisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in KV-Verhandlungen zu berĂŒcksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen RĂŒckgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hĂ€lt in den nĂ€chsten Monaten einen substanziellen Einbruch fĂŒr wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nĂ€chsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche ProduktivitĂ€t lag 2021 bei Minus 0,3 %, fĂŒr 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die BeschĂ€ftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurĂŒckliegenden 12 Monaten bei 6,3 %. 

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stĂ€rkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das RĂŒckgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelstĂ€ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist fĂŒr ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind WeltmarktfĂŒhrer und „Hidden Champions“.
Die Metalltechnische Industrie beschĂ€ftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 ArbeitsplĂ€tze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen FachverbĂ€nde Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Wirtschafts- und ArbeitgeberverbĂ€nden Österreichs und ist eine eigenstĂ€ndige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen: 
https://www.metalltechnischeindustrie.at/kollektivvertrag/kv-verhandlungen-2022/

RĂŒckfragen
Fachverband Metalltechnische Industrie
Dipl.-iur. Sabine Hesse, MBA
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
+43 (0)5 90900-3482
office@fmti.at, www.metalltechnischeindustrie.at



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